Archive for Juli, 2008

Oppenheimer Analysis

Donnerstag, Juli 10th, 2008

Manchmal, wenn ich früh unterwegs bin, das Wetter milde ist und die Sonne ein wenig scheint… also wenn es angenehm draussen ist, nicht zu heiss. Wenn man sich entscheiden kann zwischen kurzen und langen Ärmeln… dann denke ich: “So könnte des Wetter immer sein, jeden Tag ab heute.”

Bei Cold War von Oppenheimer Analysis ist es genau so. Klar, Birthday Party oder Penis Flytrap haben auch tolle Musik gemacht und Schnee ist manchmal super, aber wenn ich mich entscheiden müsste… Das ist so indifferent, so emotions-, geschlechts- und variationslos. Und so tröstlich.

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Montag, Juli 7th, 2008

Das Verhältnis zu den Putzfrauen ist schwierig. Natürlich hätte ich das gerne unkompliziert und bin deswegen übertrieben nett. Die Putzfrauen sind auch sehr nett. Aber letztlich weiss man ja, dass die armen, geschundenen Seelen ausschließlich afrikanischer Herkunft doch furchtbar ausgebeutet werden und wenn sich jemand beschwert, weil am Urinal noch Schamhaare kleben, sogar am Wochenende nacharbeiten müssen. Man begegnet ihnen dann auch häufiger. Nur, falls man am Wochenende arbeitet, natürlich. Lebte man in einer sozialromantischen deutschen Komödie, würde man sich mit ihnen verbrüdern. Aber nur mein Kollege K. hat ein wirklich unkompliziertes Verhältnis zu ihnen, begrüßt sie mit einem überschwänglichen Haallooo, als hätte er mit ihnen Abi gemacht und klaut ihnen manchmal Gummibärchen aus ihrem Putzwagen. Seit kurzem singt eine während des Putzens sehr laut – ich weiss nicht, ob aus reiner Lebensfreude oder ob sie uns nicht eigentlich vorsingt. Da man aber nicht in einer deutschen Komödie lebt, singt sie leider schief (anders als hier), was Begegnungen wirklich nicht einfacher macht.

Beyond Sensory Experience

Sonntag, Juli 6th, 2008

Andere ziehen unerschrocken durch die Musikwelt und fangen gleich an zu googeln, wenn sie eine neue Band entdeckt haben. Ich dagegen bin ängstlich. Zum Beispiel habe ich jahrelang vermieden, ein Bild von Maximilian Hecker anzuschauen, weil ich Angst hatte, er könnte eine blöde Sonnenbrille tragen oder den obersten Hemdknopf offen haben.

Ein Video von Beyond Sensory Experience anzuschauen, erschien mir erst recht unsinnig. Leute, die einen dazu bringen, ein paar Minuten verdichtetes Gewabere zehnmal hintereinander anzuhören, müssen ja nicht noch andere Talente haben. Aber den Mutigen gehört die Welt.

Keine Angst übrigens, das Geschrammel ab 0.30 könnte zunehmen und alles kaputt machen. Ich pass schon auf Sie auf.

Freitag, Juli 4th, 2008

Dann eben die Geschichte von Julia.

Das schönste an Julia war ihre Inoranz. Für sie waren die Jungs, die von allen Seiten anströmten, lustige Sachen erzählten, uns ihre Begleitungen vorstellten oder gelegentlich CDs schenkten einfach Teil der Umgebung. Nicht die nervösen, sabbernden Kerle, für die ein aufmerksamerer Beobachter sie hätte halten können. Wir freuten uns dann über ihre lustigen Geschichten oder darüber, nicht selbst angesprochen worden zu sein. Julia war unheimlich beliebt. Als Besabberungsobjekt oder perfekte Begleiterin jeder Kleingruppe.
Den Kerlen gingen irgendwann die Geschichten aus und wenn sie dann immer noch lustig waren, wurden sie eingegliedert und profitierten auf andere Weise von Julia, als sie es ursprünglich geplant hatten (anstatt “profitierten” bitte “took advantage” denken).

Da Julia auch beruflichen Dingen gegenüber ignorant war, jobbte sie in einem Callcenter. Dort musste sie für eine Telefonfirma Kunden anrufen und ihnen eine Homepage aufschwatzen.

klingeling Klingeling

Er: Redaktion SpOn.
Julia: Hallo, mein Name ist (…), von der Firma (…) . Sie sind ja schon seit einiger Zeit Kunde bei uns. Wir haben da ein interessantes Angebot für Sie. Hätten Sie Interesse an einer von (…) erstellten Homepage? Wir haben da tolle Einstiegspreise.
Er: (lacht)
Julia: —
Er: Sie wissen, wo Sie hier gelandet sind?
Julia: (gequält) jjjjaaa.
Er: Wir haben (…) Milliarden Seitenzugriffe pro Woche.
Julia: Jjjjaaaaa, ich weiss… (Aber wenn ich gleich aufgelegt hätte, wäre ich jetzt meinen Job los, spielen Sie doch bitte mit, anstatt mich hier zu demütigen. Das Gespräch wird ausserdem aufgezeichnet und wahrscheinlich haben bald alle Kollegen eine Kopie davon und mein Unglück wird hemmungslos weitergetratscht).

Die Geschichte ist übrigens wahr. Nicht wahr ist, dass ich Julia die Ignoranz wirklich abgenommen hätte.

carry them off

Freitag, Juli 4th, 2008

>> Du musst dann übrigens schon auch was schreiben.

Achso.