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Befindlichkeiten


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2004.06.23 | 09:51 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
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Ich muss mich leer machen und loslösen von dem Wissen, dass dies alles schon einmal da war, in Variationen, muss das voraussetzende Wissen zulassen, dass Neues nicht mehr sein kann. Muss gleichzeitig all die anderen zulassen, die sind und waren, muss zulassen, da ich nicht leugnen kann. Nur dann kann ich vielleicht mein eigenes sein.

Muss aufhören, sie ständig bei mir zu sehen, ihre Stimmen zu hören und ihre Buchstaben und Gedanken scheinwissend wegzuwischen, als ob sie mich verhindern. Muss all das an mir kleben lassen, wie bestickt, die Haut und die Kleider von Vergangenheit schwer. Und gleichzeitig leere Weiße sein, am eigenen Zeitenrand.

Muss meine eigenen Häuser bauen, mit Steinen, die ich aus ihren Brüchen breche und Mörtel, der aus mir selber schwitzt. Manchmal backe ich auch eigene Ziegel, im Ofen, den die Welt durch meine Körperöffnungen füttert. Mein Ohr ist meine Vagina, die dieser Hund von einem Phonographen bespielt.

Meine Gebärmutter ist metaphysisch, mein Uterus ein Gespenst, das immer nur woanders weilt. Es sind die Toten, die hier wohnen, die, die sind und die, die noch sein werden. Eingegangen in die große Klagemauer der Zeit und die Hörigkeit des Denkens. Schon Kafka vermutete, dass die Sirenen gar nicht gesungen haben.

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