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zak
Befindlichkeiten


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2004.08.30 | 16:12 | Gonzo PERMALINK  |  TRACKBACK
Muss man nicht verstehen

Heute bekam ich Post von Volzotan Smeik. Ein großer brauner Umschlag, darauf vier identische Briefmarken der finkellandschen Reichspost, die eine rosa Rose sowie den geschwungenen Schriftzug “Grüße” zeigten; darin eine Schachtel Fortuna in einem Plastikgefrierbeutel, auf dieser Schachtel ein Zettel mit dem handgemalten Schriftzug “Öh… Fördunoa” klebend, in dieser Schachtel zwei plattgedrückte Zigaretten selbiger Marke, ein mehrfach gefaltetes Papiertaschentuch sowie ein undefinierbarer Bollen aus Frischhaltefolie, in dem sich wiederum die zum Papiertaschentuch gehörige Tempo-Plastikverpackung befand, die schlussendlich ein kleines Etwas in sich barg, welches all das erklären und rechtfertigen kann. Da habe ich mich gefreut.

2004.08.28 | 03:32 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Zeitschmelze



Olio su Tavola

In einer Nacht voll von Neon trieben wir durch die erhitzen Straßen, schlängelten uns durch Menschenfluten, vorbei an fliegenden Händlern und Dielen mit hundert Sorten Eis, in diesem Sommer in Italien. Um dann in einer Seitengasse Saturno zu finden, in seinem kleinen Geschäft, gefüllt mit all den Bildern und mit weißem Licht. Als er um Eins schloss, wollten wir noch immer nicht gehen, denn in dieser völlig unerwarteten Oase klebte Faszination, zog zäh Fäden von Fingern und Pinseln und beinahe hätte ich ein Bild gekauft. Noch heute ärgere ich mich, es nicht getan zu haben.

2004.08.27 | 00:33 | Nerd of Love PERMALINK  |  TRACKBACK
Ende Neu

Draußen auf dem kleinen Parkplatz vor dem alten Theater hat es geregnet, nasse Blätter auf der Windschutzscheibe. Saßen wir im Wagen, vorher? Wie lange, und was taten wir? Die Geländer und alle Metallstreben im Foyer, die Türen und die Garderobe, die Heizkörper und die Türgriffe sind Bauhaus, pure alte Zeit, Messing und weißer Lack. Es ist Herbst und riecht danach, es nebelt und ist feucht, wir rauchen im Vorraum. Faust ist ein Zündler, weil er Zündholzschachteln sammelt. Ein Bild in der Menge. Der Saal ist Gold, Weiß und Bordeaux. Roter Samt, Stuck. Emporen und Vorhänge. Die Menschen glänzen in Erwartung, sind angenehm normal unnormal. Wir sitzen in der dritten Reihe, schauen, warten, wissen, dass dies nicht gewöhnlich ist. Dass es passt, in Einmaligkeit, die Gestirne fügen sich ins Nicht- Wiederkehrende, verhalten sich zueinander wie sie es so nie wieder tun werden. Pathos hat einen Presseausweis und scheißt Thanatos auf den Kopf. Wenigstens heute. Ich weiß nicht mehr, wie du gerochen hast, aber ich weiß, wie die Nacht roch. Nasses Laub und feuchte Dunkelheit. Der Regen eine Versprechung. Ich fand die Frisur in der Reihe vor uns interessant. Wie und was waren wir, die wir da saßen? Soll ich beschreiben, wer dann da die Bühne betrat, eine halbe Stunde zu spät? Im schwarzen Dreiteiler, ganz alleine; ein Barhocker, ein Glas Absinth und eine akustische Schleifenmaschine, das Mikrophon als Portal der Zentrifuge? Wir haben es geschaut. Ich werde nicht davon erzählen. Nicht jetzt. Von dem, was wir fühlten und dachten danach, und ob all das vielleicht nur in meinem Kopf passiert ist und nicht in dieser kleinen Stadt im Herbst. Ob diese Fahrt durch die Nacht nie stattgefunden hat und das Ankommen zwischen Türmen. Und alles davor und danach. Die Liebe als das letzte Biest am Himmel. Wir kennen uns schon lange, der Phoenix und ich. Ich, der Rückspiegel meiner selbst.

Im Fernsehen läuft "Quiet Earth" - Zac Hobson suchte soeben Gott.

2004.08.26 | 06:47 | Archiv PERMALINK  |  TRACKBACK
VIII



I'm caught in the flow of things
My memory's a broken machine
This is how my day begins
This is just one day unseen

Lets do it serpentine, any time
Lets do it right here

Is it bad that you're good for me
Did I love you just randomly?
I'm caught in the flow of sound
And you're just some melody

Let's do it serpentine, any time
Let's do it right here

There's a cute little litany
Put it on my shoulder
Eight o'clock and we agree
It makes me look much older

Got my clockworks company
Got my dark green trenchcoat on
I'm sure it will always be
Someone staying and someone gone

dEUS - Serpentine

2004.08.25 | 21:10 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Chlorophyll

Der Wind heult durch vertikale Gärten, Blattverwehungen tanzen Muster. Der Sommer ist vorbei und ich frage mich, wo ich bin. Sehe die Menschen, blättere in fremden Seiten, rauche keine Zigaretten und frage mich, wo ich bin. Wo all die anderen sind. Wo die Worte sind. Wo das Verlorene sich versteckt, im ureigenen Wald. Das Leben macht Urlaub und ist doch alles, was sein darf; das Datum auf dem Klageberechtigungsschein längst überschritten. Wir gehen und wissen nicht wohin. Bestimmt wohnen Ameisen in dem Bauschuttberg dort draußen. Die Abwesenheiten summen.

2004.08.23 | 21:15 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Nacht der Sehnsüchte

Die immer gleichen Bilder schleichen in mir herum, nisten und treiben Blüten, manifestieren Pläne am Horizont, die ihrer Umsetzung harren. Ich weiß, dass ich dem nicht entkommen kann. Habe schon immer gewusst. Die Dinge fordern ihren Preis. Ein Baum in der Nacht, am Meer, Dunkelheit und Rauschen, das Seil, das die Kinder tagsüber zum Schaukeln benutzen. Das Zirpen der Grillen, der besternte Himmel, von Ferne Stimmen, Musik. Der Geruch, der überall ist, Salz und Sonne, Fisch und Zigarettenrauch. Der Magen zieht sich zusammen, elf Stunden hinter der Zeit, 14000 Kilometer in der Vergangenheit. Wenn der Morgen graut, wird alles anders sein.

2004.08.22 | 13:12 | Archiv PERMALINK  |  TRACKBACK
VII

Den selben Song immer wieder hören, sich von einem Dämon befreien, dem Schönen, Bewegenden, um den Reiz nicht zu verlegen. Den Punkt zu erhalten, den eigenen Fadeout zu gestalten. Die Holztische sind roh behauen und dunkel, ein grober Kontrast zur barocken Stofftapete, den opulenten Leuchtern und samtenen Sitzmöbeln. Das Licht gedämpft, die Straße dunkel, draußen. Kleine Höhle, vor uns dampfender Tee, oh my goodness. Am Tisch das Aupair und Mario, wieder aufgetaucht, angeschleppt, eingeladen. Er spreizt den kleinen Finger ab, beim Hochnehmen der Tasse, sie sind dünn, die Finger, dürr, wie der Rest seines Körpers, seine spitze Nase trägt eine runde Nickelbrille. Seine Haare sind lang, nicht ungepflegt, aber wirr. Er trägt einen Seidenschal und gibt das perfekte Bild einer englischen Dame viktorianischen Zeitalters. In ausgebleichten Jeans und verwaschenem Hemd. Er spielt Querflöte und lädt mich ein, in seine Wohnung. Auf seinem Nachttisch, einem dunklen Kästlein vom Sperrmüll, steht ein gerahmtes Photo von Leonardo di Caprio, den sauren Wein gibt es aus Kristallgläsern. Auf dem rot bespannten Sofa, durchgescheuert, faserig, sprechen wir von Geschlechterorientierung und Orchestermusik, Bruckner und Ölbildern. Die Aussage, sexuell für alles offen zu sein, versteht er jedoch anders als ich in diesem Moment, und nachdem er sich vom anderen Ende der Couch fast bis auf meinen Schoß vorgearbeitet hat, verabschiede ich mich freundlich aber bestimmt, mit der Begründung, am nächsten Morgen möglichst früh einen aufblasbaren Elefanten käuflich erwerben zu müssen. Er lädt mich zu einem Freiluftkonzert ein, am Nachmittag, seine Hand ruht auf meinem Unterarm, während er spricht. Draußen, im warmen Flügelschlag der Nachtluft, neben einem überquellenden Glascontainer, steht eine Dame in ihren Vierzigern und fragt, wie viel ich zu zahlen bereit wäre, ihre Wohnung sei gleich um die Ecke. Ich gehe vorbei, mein Bedauern kundtuend, der Elefant, sie müsse verstehen. Auf dem Platz gegenüber der Markthalle dann ein Hippiepärchen, das Ball spielt, barfuss, sie verkaufen mir ein Säcklein Rauchwerk, lächelnd. Im Zimmer lehne ich mich auf die Fensterbank, rauche und beobachte die Bauarbeiter, die mit Filzhüten bekleidet Steinblöcke vermessen, während über den Dächern schon der Morgen graut. In der Ecke steht ein Berg aus Butter.

2004.08.22 | 13:09 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
News from the world

Arschlöcher

Hoffentlich hat sie jemand, der es zu schätzen weiß...

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