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Befindlichkeiten


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2004.09.14 | 15:00 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Nichts als Gespenster II

Als ich in dieser Gasse parke, in der die Betrunkenen nachts Rituale pflegen, hängt ein Zettel an der Haustüre und ich finde V. im Hof, wo er Verstrebungen in Spannrahmen nagelt. Wir rauchen und reden, während die Tiere, die unter den Hügeln wohnen, mit ihren Extremitäten scharren. Die Besitzerin von Lifta, dem Treppenlift, der sich noch immer durch das Treppenhaus windet, betritt die Szenerie, kruschtelt zwischen den Mülltonnen umher und führt Selbstgespräche. Nichts scheint sich verändert zu haben und ich weiß nicht, wie ich mich dabei fühlen soll. Wir gehen zum Wagen, laden mein Gepäck aus und wollen zum Parkplatz fahren. Ich möchte den Warnblinker abschalten und halte den Hebel in der Hand. Die Touristenparade erfreut sich in der folgenden halben Stunde an Bastelarbeiten unter und hinter dem Armaturenbrett, während sie vorüberflaniert, auf üblichen Bahnen, bis schließlich das orange Flackern endet. Abends dann sitzen wir im Atelier, beschnuppern einander, rauchen wieder und trinken dabei. Die Atmosphäre der Stadt presst sich durch alle Ritzen, schlängelt sich durch Worte und Blicke, legt sich auf die Haut, ohne die Poren passieren zu können. Dafür ist die Umchiffrierung der Codes schon zu weit fortgeschritten. Die Vergangenheit hängt im Lampenschirm und blickt auf uns herab, will auf meine Schultern springen, doch ich lasse sie nicht. Irgendwann gibt sie auf, während in der Karaffe das Eis zerschmilzt.

2004.09.14 | 14:58 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Cette chatte de phonographe

[...] Die Verstimmung, von der wir hier sprechen, ist mehr eine soziale Störung und eine Verwirrung beziehungsweise Verstimmung der Saiten und Stimmen im Kopf. Der Ton springt und steigt in die Höhe, wenn die Stimme des Orakels Sie beiseite nimmt, zu Ihnen in einem Privat-Code spricht, Ihnen Geheimnisse einflüstert, indem sie Ihnen die Ohren aufdeckt und zugleich die Stimme der Vernunft trübt, überdeckt oder stört, welch letztere zu jedem und zu allen in derselben Sprache spricht. [...]

Jacques Derrida - Von einem neuerdings erhobenen apokalyptischen Ton in der Philosophie

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