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2004.11.11 | 18:14 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Das Fleisch zum Gehen bewegen

Draußen, in der Dämmerung, schweben grellorange Gestalten zwischen den kahlen Bäumen, verstümmeln sie im Schutz des wabernden Nebels. Motorsägen kreischen über den Platz. Ich indes habe mir einen Narren gefangen, gefesselt liegt er unter dem Tisch, blickt mich traurig an, aus seinen geschminkten Augen, während der geknebelte Mund Undeutliches von sich gibt. Die rote Nase ist verrutscht, der Filzhut mit den aufgeklebten Stoffblumen irgendwo unterwegs verloren gegangen. Wenn ich ihn trete, beispielsweise in den mit grellbuntem Stoff bespannten Bauch, ertönt ein Tusch und sein verstopfter Mund produziert Töne, die ungefähr so klingen: „Mollem mer men meinmassen?“. Ich verstehe nicht, was er möchte. Solange ich noch hier sitze, wird er meine Füße warm und mich wach halten, was danach mit ihm geschieht, kann ich nicht sagen. Vielleicht verkaufe ich ihn nach Finkelland, da kann man so etwas immer mal gebrauchen. Oder die blond gefärbte Lehramtsstudentin von eben, die mit der Physiognomie und der Expressivität einer übergewichtigen Bulldogge versehen die Chuzpe hat, einen Pullover zu tragen, auf dem rosafarbene Buchstaben in Brusthöhe das Wort „Angel“ formen, möchte ihn haben. Die beiden verstehen sich bestimmt.

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