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Befindlichkeiten


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2004.12.22 | 16:43 | Mela PERMALINK  |  TRACKBACK
Enjoy the silence

the frank

via

2004.12.16 | 14:11 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Fensterblick

Du zahlst für jedes kleine Wort auf Erden,
für jedes Mal, da du das Schweigen brichst.
So tief du liebst, wirst du verwundet werden,
und mißverstanden, fast so oft du sprichst.

Mascha Kalèko – Die paar leuchtenden Jahre

2004.12.14 | 20:02 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Es ist, wie es ist – doch wie ist es?

Text

Kommentar

Ich tendiere zum Kommentar. Das Andere gab es lange genug.

2004.12.14 | 16:25 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Schwingungen

All diese Hände, all diese Hände, sie strecken sich in die Luft, werden in die Luft gestreckt, was könnten sie tun, alles und nichts. Gebt ihnen Klaviere, gebt ihnen ein Herz. Die Kamera folgt dem ersten älteren Mann die Treppe hinunter, er trifft den zweiten älteren Mann auf der Zwischenebene des hohen Raumes, am Grund der letzten Stufe. Die Wände sehen aus wie die eines schottischen Schlosses, rohe Steine, unbehauen. Viele Teppiche bedecken den Boden. Eine weitere, kleine Treppe führt zu zwei Klavieren, die nebeneinander vor einer japanischen Wand stehen, Papier und Holz. Das alte und das neue Klavier. Der zweite Herr, der Gastgeber, sagt, dass das alte viel besser sei. Der erste Herr, der Gast, setzt sich daran und beginnt, eine Melodie zu spielen. Langsam, traurig, schön. Harmonien. Der Gastgeber setzt sich an das neue Klavier und beginnt, den Gast zu begleiten. Sie spielen und werfen sich dabei Blicke zu, lächeln, rufen ihre Begeisterung heraus. Als sie fertig sind, haben beide Tränen in den Augen. Sie sehen sich heute zum ersten Mal in ihrem Leben. In der Luft ist etwas jenseits der Worte, etwas Unvermitteltes. Unvermittelbares. Unmittelbares. Wunderschön und traurig. Gebt ihnen Klaviere, gebt ihnen ein Herz.

Passion

Play

[...] Jedes Mal, wenn ich aufhörte, Klavier zu spielen, zerstörte ich etwas in meinem Privatleben. [...]

João Carlos Martins

2004.12.13 | 19:30 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Wiederkehrendes, immer neu

(Paris) Am Montag (28.01.1952) – 17 Uhr

[...] Maja, mon aimée, ich schreibe Dir nun, wie ich es dir versprochen hatte – wie könnte ich Dir auch nicht schreiben – ich schreibe Dir, um Dir zu sagen, dass Du nicht aufhörst, da zu sein, ganz nahe bei mir, dass du mich überall hin begleitest, wohin ich gehe, dass Du diese Welt bist, Du allein, und dass sie durch Dich größer geworden ist, dass sie, durch Dich, eine neue Dimension gefunden hat, eine neue Koordinate, die ihr zu gewähren ich mich nicht mehr durchringen konnte, dass sie nicht mehr diese unerbittliche Einsamkeit ist, die mich fortwährend dazu zwang, niederzureißen, was sich vor mir auftürmte, verbissen über mich selbst herzufallen – denn ich wollte gerecht sein und niemanden schonen! – damit sich vor deinem Blick alles ändert, ändert, ändert. [...]

Paul Celan/Gisèle Celan-Lestrange – Briefwechsel, Band I

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1 - posted by Maja | 2004.12.14 | 16:45

Ein Liebeslied

[...]

Komm zu mir in der Nacht auf Siebensternenschuhen
Und Liebe eingehüllt spät in mein Zelt.
Es steigen Monde aus verstaubten Himmelstruhen.

Wir wollen wie zwei seltene Tiere liebesruhen
Im hohen Rohre hinter dieser Welt.

Else Lasker-Schüler, In Theben geboren

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2004.12.12 | 17:06 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Nichts als Gespenster IV – Bildnachtrag

2004.12.11 | 18:04 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Rampensauerei

Erschreckend ist es ja, irgendwie, wenn man den ersten, in minimaler Stückzahl selbst verlegten Band mit eigenen, größtenteils immens schlechten und heute zumeist verleugneten Gedichten vier Jahre nach seinem Erscheinen auf dem Ramschtisch findet, beim Bummel in einer Stadt, die man fast ebenso lange nicht mehr besucht hat, neben "Buffy - Im Bann der Dämonen", runtergesetzt auf zwei Euro. Wie sich das anfühlt? Wie gesagt, erschreckend, irgendwie. Aber auch gut. Alles findet seinen Platz.

2004.12.11 | 17:55 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Nichts als Gespenster IV

Samstags Geister einfangen und dann austreiben. Die Sonnenintensität steigert sich von Tag zu Tag. Bewaffnet mit Digitalkamera und Erinnerungen gehe ich allein in und durch die Stadt, banne das Außen in Bits und Bytes und lasse somit Ausschnitte und Blickwinkel beschwörend mit dem Innen und dem Inneren meiner Vergangenheit korrespondieren. Die sich sehr lebendig zeigt, obwohl sie keine Schattenwinkel zum Verstecken hat, heute. Nüchtern und doch glänzend huscht sie durch Augenwinkel, legt sich quer über Dächer und Plätze, sitzt sanft lächelnd auf Fenstersimsen und in Hauseingängen. Die Treppenfluchten der Universität, die Caféhausstühle der Austraße, die Innenhöfe und die künstlichen Palmen, der Domberg und der Rosengarten, die Straßen, die Ecken, die Dachwohnungen. Ich gehe über die Rathausbrücke und atme den Dunst des kühlen Wassers gegenüber der Villa Concordia, registriere die Veränderungen und das Gleichbleibende. Zeiten und Orte. Die Rosenbüsche, von denen ich stahl, sind noch da, das Reiterstandbild nicht, vor der alten Schwimmhalle. Kein einziges der gemachten Bilder gibt wieder, was ich sah. Erschöpft kehre ich um. Nach einer Fischmahlzeit besuchen wir erneut das Schwimmbad, betrachten die sinkende Sonne auf der Außenterrasse. Der Bademeister grüßt und verbietet Sprünge vom Dreimeterbrett. Ich weiß nicht, ob wir abends noch in dieser Kneipe waren, zum Darts spielen, ob ich wirklich all diese Gestalten sah und mit ihnen sprach. Doch es muss so sein, die Merkwürdigkeit des Gefühls ist nicht einbildbar. Was bleibt ist das Bild der Madonnenstatue zwischen den Neonröhren. Und die Erleichterung, als wir wieder gingen. Diese Welt ist nicht, was zu wollen ist.

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