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Befindlichkeiten


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2005.02.18 | 21:13 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Le souci de soi

Wieder ein Tag. Zu viele Leerstellen im Kopf sind belegt und das Herz suppt schon über. Heute nichts Selbstregelndes. Aus Schweden wird befohlen, das Bett zu verlassen und hinaus zu gehen, ins Weiße, Luft und Nudelsuppen einzuholen. Vor dem Zugfenster entfaltet sich die Landschaft, insistiert darauf, zu existieren und schrittweise gestehe ich ihr dies zu, wieder neu. Sie will stellvertretend sein, für Welt und Sternenhaufen, Galaxien und Nebel mit Tierkopfnamen, für all die Dinge außerhalb. Im Buch auf den Knien zeigt sich die Bachmann in jenem Kostüm photographiert, das sie in Muraus Traum trägt, Maria heißend: die schwarze Samthose, die großen Seidenmaschen, die kardinalrote Jacke mit dem türkisfarbigen Kragen. Das Bild ist schwarzweiß. Ich gehe in den Asialaden und in den Park, Goethe sitzt nicht in seinem Baum, dieses Mal, dafür sehe ich Männer mit sprechenden Hunden und in der Luft schwingt etwas, indifferent, aber doch irgendwie – Klarheit? Vielleicht. Vielleicht auch ein wenig Liebe, etwas Versöhnlichkeit. Aber nur heute. Auf dem Mars spielen Amseln Karten. Ich glaube, Doppelkopf, aber es ist nicht genau zu erkennen. Die Verkäuferin gibt mir zwei Plastiktüten für die vielen Suppenpäckchen, orange baumeln sie in der Dämmerung. Auf der Rückfahrt ein schönes Gesicht, kühl ins Buch vertieft. Am Bahnhof flackern die Lichter.

COMMENTS

1 - posted by Jens | 2005.02.19 | 18:31

Das ist ausgesprochen schön zusammengestellt.

2 - posted by Volker Maisel | 2005.02.23 | 19:30

Jö.

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2005.02.18 | 13:25 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Transfer II



Fin de Siècle

[...] Wir fahren links am See vorbei. Die Straßen haben merkwürdige Namen. Mythenquai heißt eine Straße, und ich denke daran, wie charmant und antiquiert die Dinge hier klingen, so, als würden die Schweizer mit der deutschen Sprache ganz anders umgehen, aus dem Innersten der Sprache heraus, meine ich. (...) Ich steige ins Boot und setze mich auf die Holzplanke, und der Mann schiebt die Ruder durch diese Metalldinger und rudert los. Bald sind wir in der Mitte des Sees. Schon bald. [...]

Christian Kracht - Faserland

COMMENTS

1 - posted by Jens | 2005.02.19 | 18:31

Das hier. (Was haben Sie nur für ein kurioses Interface.)

2 - posted by zak | 2005.02.20 | 11:28

Dankesehr. (Ein sehr kurioses.)

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2005.02.18 | 10:16 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Reflexion

Draußen husten Tauben.
Drinnen huste ich.

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