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2005.04.23 | 10:21 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
I’m born in the State of Emergency

Als es vorbei ist, fällt mir zum ersten Mal bewusst die Stille auf. Keine akustische Stille, nein, draußen, vor dem Fenster, geht der Regen mit charakteristischem Geräusch nieder, sanftes Prasseln auf den Dächern, hell glänzend auf Schindeln, Kopfsteinpflaster. Irgendwo Raucherhusten, dumpf und nicht rasselnd, vielleicht Pfeife. Tellerklappern, Gebratenes in flüssigem Fett, Schritte auf der Treppe, fränkische Sprachfetzen. Ein dunkles Knurren in der Evolution der Rede, stabil und unverstanden. Nein, keine akustische Stille, vielmehr eine Stille in mir. Kein Schweigen, denn vorher hatte das Zitternde, Aufgeregte, dieses unangenehme Tier des Ungewollten mein Inneres zum Verstummen gebracht. Das war Schweigen. Nun aber ist es eine angenehme Ruhe, eine stille Ruhe, die sanft auf den Dächern liegt und sie zum Sprechen bringt. Feucht und duftend. Maulbeerbaum.

COMMENTS

1 - posted by Anonymous | 2005.05.10 | 21:49

Es macht mich heftig und wütend, wenn ich sehe, wie überall, selbst bei uns, die Möglichkeit zu Zärtlichkeit, Entspannung, körperliches Dasein, und damit verstehe ich die tagträumerische Helligkeit von einem durch den anderen, die mit alltäglichem, elendem Wirrwarr zugeschüttet wird.

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