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zak
Befindlichkeiten


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2005.07.30 | 19:59 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Die Größe der Nacht

Was ich in deinen Träumen suche?
Ich suche nichts.
Ich räume auf.

Was du dereinst links liegen ließest ...
Ich staple es auf, es wird noch verwendet.
Ich räum' es nur weg.

Die ganzen vergebenen Möglichkeiten -
es lässt sich nichts mehr mit ihnen anfangen.
Auch sie räum' ich weg.

Was ich in deinen Träumen suche?
Ich suche nichts.
Ich räume nur auf.

Es kommen zum Vorschein die Ungetüme
lange verborgen doch noch vorhanden.
Unter den Schichten
Geschichten
Geschichte
Auch sie sind nicht weg.

Was ich in deinen Träumen suche?
Ich suche nichts...

Bis ich deine Träume im Dunklen leuchten seh'...

Einstürzende Neubauten - Grundstück

2005.07.29 | 22:32 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Punctum

ANGEFOCHTENER Stein,
grüngrau,
entlassen ins Enge.

Enthökerte Glutmonde
leuchten ein Kleinstück Welt aus:

Das also warst du
auch.

In den Gedächtnislücken
stehen die eigenmächtigen Kerzen
und sprechen Gewalt zu.

Paul Celan – Eingedunkelt

2005.07.29 | 10:28 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
They drop like Flies

Zur Zeit ganz extrem dieses Sommergefühl, diese Gleichförmigkeit. Bis Mittags im Bett liegen, alle Laken von sich geworfen, der Schummerigkeit der Nacht nachfühlen, wie sie aus dem Körper strömt. Reste von was auch immer. Das, was übrig blieb, vom Dunkel. Die Fenster weit offen, aber die Vorhänge geschlossen. Lichtbahnen, Sie wissen schon. Dann an den Schreibtisch, bis es zu heiß wird. Produktion. Nachmittags auf dem Teppich liegen und die Fliegen an der Decke beobachten. Rauchen. Dann an den Schreibtisch, bis es dunkel wird. Produktion. Dann die Nacht. Das alles eine Überbrückung. Von etwas, zu etwas hin. Und eigentlich: warten, warten, warten – ja, worauf eigentlich?

Kaninchen

Wen interessiert denn das? Klingt schon genauso wie Rainald.

Tagebuchgeschreibsel. Macht ja nichts.

COMMENTS

1 - posted by volonetho | 2005.07.29 | 14:37

Auf den Anlass, selbst auferlegte Grenzen zu überwinden.

2 - posted by Rutaretil | 2005.07.29 | 17:44

Ich denke, Sie sollten mit dem Warten aufhören und sich trauen, die Welt zu entdecken. Sie ist weniger grausam, als man im Allgemeinen vermutet.

3 - posted by volonetho | 2005.07.29 | 18:53

An Rutaretil: “Und die Literatur entsteht dann beim Welt entdecken. So von allein.” Ich meine, zak beschreibt da eine intensive Arbeitsphase.

4 - posted by Rutaretil | 2005.07.29 | 20:39

An volonetho: Nein, die Literatur entsteht nach dem Welt entdecken. Dann, wenn man Wirkliches zu erzählen hat.

5 - posted by zak | 2005.07.29 | 20:57

Was ist denn hier los? Da entfährt mir ja fast ein gerührtes „Hach“, ob so immenser Anteilnahme. Danke vielmals. Aber man denke immer daran: Der Autor ist tot. Halbtot, zumindest. Bitte folgen Sie dem Kaninchen. Und Liebhaben, jetzt. Oder woanders weiterstreiten.

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2005.07.25 | 10:26 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Die Macht der Bilder

Da ist es dann also wieder, das Thema der eigentümlichen psychischen Verfasstheit des Kriegsphotographen. Ich zappte erst in der letzten halben Stunde rein (Postmoderne, sic!), es ist schon Jahre her, dass ich den Film vollständig sah, im Kino, damals. Und so ist es ein nicht geschlossener Eindruck, eher ein erster Impuls, nur von den Bildern ausgehend, der das Gefühl erzeugt, doch nicht vorbehaltlos wiederholen zu können, dass dies ausschließlich gut ist, was dieser Mann da macht. Was ist das? Es steht außer Frage, dass seine Absicht eine rein gute ist, aufrichtig das Beste wollend. Eine grimmige Zufriedenheit empfindet er, sagt er, darüber, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ein Thema gelenkt zu haben. Richtig, gut. Aber wie sagt Christian Kracht in der Welt am Sonntag: „Nicht zu warten, bis etwas beschrieben ist, sozusagen entwickelt, sondern es gleich digitalisiert zu wissen; der endlose Terror des Bildes, die Rückkopplung. Die Bilder der beim Fliehen erschossenen Kinder aus Beslan, die verwackelten Fotos der Mörder, die im Namen des Islams nepalesische Gastarbeiter im Irak köpfen, die Videoaufnahmen von Menschen, die sich aus dem brennenden World Trade Center stürzen. Eigentlich dürften wir so etwas nicht sehen, da wir es aber trotzdem tun, verlieren wir unsere Seele.“ All dies immer wieder zu sehen, all dies immer wieder sehen zu können – all das Elend dieser Welt, in Variationen. Hallo Susan Sontag. Ein Unbehagen, elementar. Aber es gibt natürlich keine eindeutige Aussage, es ist richtig und es ist falsch, es ist die Entwicklung dieser Welt. Man kann keine Wertung vornehmen, ohne irgendwie unrecht zu haben. Es ist einfach. Und es muss gezeigt werden. Nachtwey denkt, dass das Gute immer über das Böse siegen wird und er durch das Aufzeigen des Grauens etwas zu diesem Sieg beiträgt. Sehr amerikanisch, dieser Optimismus. Ein ruhiger, fast stoischer Mann mit hellblauem Hemd und gescheiteltem, graumeliertem Haar. Ein Relikt.

#

Natürlich müssen wir all das sehen und natürlich müssen wir hinschauen. Und eben nicht. Die endlosen Schichten von Bedeutung.

Eins

Zwei

Drei

25.07.2005 - 00:32:29 Uhr und 00:33:00 Uhr

COMMENTS

1 - posted by cato | 2005.07.25 | 11:16

und auch sehr beeindruckend an dem film: die musik. arvo pärt und david darling.

2 - posted by Anonymous | 2005.07.31 | 09:20

No offense, aber ich sach mal mit Link Nummer 3:

Bilder wie diese brauchen keine Musik, die sagt: “Das ist jetzt dramatisch” oder “Das ist jetzt traurig”

3 - posted by rabatjoie | 2005.07.31 | 09:24

oh, hier kann man ja anonym posten! dann halt eben so, als unter-schrift.

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2005.07.24 | 12:00 | Screenshots PERMALINK  |  TRACKBACK
The Joy of Painting

[...] Ich habe nie mit Kokain experimentiert. Ich habe es immer nur genommen. [...]

Rainald Goetz - Abfall für Alle

24.07.2005 - 00:35:15 Uhr

COMMENTS

1 - posted by volonetho | 2005.07.24 | 13:50

I like the funny little creatures in your head. There you go….
Hmmm.
And here ist that bruised happy line, that lives in there…

2 - posted by zak | 2005.07.25 | 10:32

Hähä. Ich mag ihn ja sehr. Eine sehr schöne Entspannungshilfe, vor dem Gang zu Bette.

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2005.07.24 | 10:53 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Entropie

Notate, Notate, Notate. Und immer wieder neu anfangen wollen. Ist doch nur was Chemisches, im Kopf. Die wirklichen Veränderungen oszillieren immer irgendwie, irgendwo zwischen gewollt und ungewollt. Im Nachhinein kann man das dann gar nicht mehr sagen. Oder genauso, wie man es dann eben sehen möchte. Der Prozess selbst versteckt sich. Abstrahierung der Welt – Konkretisierung der Welt. Konstituierung des Ich. Schwarze Kiste. Steuerungseinheit.

#

Selbstverantwortung. Selbstverortung.

[gr.-nlat.], die; -, ...ien:

1. Physikalische Größe, die die Verlaufsrichtung eines Wärmeprozesses kennzeichnet.
2. Größe des Nachrichtengehalts einer nach statistischen Gesetzen gesteuerten Nachrichtenquelle; mittlerer Informationsgehalt der Zeichen eines bestimmten Zeichenvorrats (Informationstheorie).
3. Maß für den Grad der Ungewissheit über den Ausgang eines Versuchs.

2005.07.23 | 19:49 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Schreibweisen der Gegenwart

“Jetzt gerade – gerade eben jetzt” ist immer am wichtigsten, ist immer der Schlüsselmoment, der ausschließliche Zustand, alles andere existiert gar nicht. Und natürlich doch. Wie anders könnten wir leben? Auf der langen Linie mag das zu Interferenzen führen, aber wie anders könnten wir leben? Die Wertungen jedoch, die im Nachhinein abgegeben werden, finden auf so vielen verschiedenen Ebenen statt, dass es manchmal fast unmöglich scheint, ihnen zu folgen, zwischen all dem. Landschaftsgärtnerei. Gewächspflege. Integrität der eigenen Person. Ich bin vollkommen geschlossen und doch scheint es so, als ob ständig gegen das Ausfasern angegangen werden müsse. Dies jedoch ist eine Täuschung. Der Fluch der Postmoderne. Nicht zu sehr verunsichern lassen. Denn eigentlich ist es so: Alle Dämonen sind hausgemacht, die ganze Welt entsteht hinter den eigenen Augen und Aufrichtigkeit ist die einzige Lösung. Kongruenz. Die Teile fügen sich zusammen.

2005.07.22 | 22:04 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Travelling while moving

Noch ganz aufgerüttelt
vom Geleise
keine schlauen Worte
kein Pessimismus
Sammeltätigkeit
aufrichtig
Bahnhofsgebäude
und doch die Straßen
voller Irrer
auf dem Fußweg dann
sanfter Regen
Laternen
Fensterlicht
keine Rückfälle mehr
ganz Neues Altes
Zentralmassiv
Meta Meta Meta
für Meter

Schließlich
anhaltende Ruhe
und Gelassenheit

Stille Nacht

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