STRUPPIG.DE
zak
Befindlichkeiten


ASC  |  DESC
NEXT
2006.04.17 | 12:29 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Allerseelen

Der Code für die Haustüre lautet 2212, unsere Gastgeberin sagt ihn uns durch die Sprechanlage. Es ist schon dunkel, als wir ankommen; man sieht die schartigen Felswände, die sich hinter dem Dorf erheben, erst auf den zweiten Blick. Ein wenig aber scheinen sie zu leuchten dann, betrachtet man sie genauer. Nur der goldene Stern zwischen den Bergspitzen, über das Tal gespannt von einem Heimkehrenden, im 14. Jahrhundert, einem, der nicht starb, bei den Ungläubigen, verschwindet in der Finsternis, weit oben. Vor dem Fenster lässt der trockene und warme Wind das Holzschild um sich schlagen, irgendwo rauscht Wasser. Die Straßen sind leer und obligatorisch orange belichtet. Wir schneiden Brot auf der Landkarte, trinken Wein und essen Törtchen. Überbrücken die Nacht mit Gesprächen über emotionales Kunsthandwerk und Jorge Luis Borges. Patchwork, Armgarnitur. Haut. Am nächsten Morgen graut erselbst und der Himmel lässt sich fallen. Der schwarzweiße Regenschirm ohne Griff bleibt ungenügend. Erst als es aufklart, erklimmen wir den Kreuzweg. Schnelle Wolken, Zypressen, geschlängelte Linien. In der dunklen Wallfahrtskirche eine Kerze hinzugestellt. Im Beichtstuhl ein Photo gemacht. Frische, feuchte Luft geatmet. Gelächelt. Unumwunden.

[...] Au XVII siècle, ces pèlerinages prirent une forme particulière. On amenait ici les enfants morts-nés, pour les faire ressusciter quelques instants, le temps de les baptiser. Après quoi, il était possible de les faire inhumer religieusement dans l’enceinte du cimetière assurant ainsi le salut à leur âme. [...]

Disclaimer: Die Rechte an sämtlichen Texten dieses Weblogs liegen, soweit nicht anders angegeben, beim Autor/Blog-Inhaber. Jedwede anderweitige Verwendung dieser Texte bedarf einer vorherigen Absprache. Der Inhaber dieses Blogs ist nicht verantwortlich für die Inhalte verlinkter Websites. Kontakt: domicile [dot] conjugal [at] email [dot] de