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2007.04.20 | 10:42 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Mögen Sie den Stuhl?

Das Fernsehteam klingelte, als wir gerade den letzten Eimer Putzwasser entleert und verstaut hatten. Der gesamte Wohn- und Arbeitsraum glänzte und blinkte so sehr, dass wir uns wünschten, die nachbarländische Lokalpolitik würde öfter derartige Blüten treiben, zu Anrufen des SF1 am Abend vorher und infolge zu solchem doch recht spontanen Medienbesuch führend. Es war so sauber, dass wir uns wie in der Schweiz fühlten. Auch dem aus Berlin angereisten Redakteur schien es gut zu gefallen, ganz unabhängig davon, dass sich seine vermutete Nationalität erst recht spät in eine gesicherte verwandelte, und zwar dann, als er beim Außendreh am Domplatz im Sender anrief und man ihn plötzlich nur noch mit Mühe verstehen konnte. Die Aufnahmen dort, wie auch die vor der legendären Terrasse des Ibis-Hotels, an der sich einst zwei Quizshow-Kandidaten kennen lernten, als der eine den anderen photographierte, weil und während dieser dort Plastikstühle ablichtete, wie auch die schön gestellte Katalogbesprechungs- und Sichtungssituation am großen Tisch fielen, naturgemäß aber auch leider, unter den Schnitttisch. Die Identität des Tonmannes von der lokal gebuchten Technik indes klärte sich recht schnell, es war nämlich eben jener, der kürzlich noch die Erstellung eines Eigenwerbungsfilms der Musikgruppe Northern Lite für Stefan Raabs Bundesvision Songcontest geringfügig erschwerte, da bei der Sichtung des Materials, das unter seiner Mitwirkung am Kickelhahn entstand, leider bei drei recht wichtigen Minuten der Ton fehlte. Solches ereignete sich nun jedoch nicht und wenn es wohl auch recht teure anderthalb Minuten sind, die das Magazin 10 vor 10 noch am gleichen Abend sendete, so sind es doch auch sehr schöne anderthalb Minuten. Sekundär zum thematischen Inhalt insbesondere deshalb, weil wir noch vor dem Verstauen der Putzeimer die ranzigen Fernsehsitzgelegenheiten aus barocker Stofftapete gegen meine in dunklem Orange gehaltenen Ledersessel aus dem ebenfalls Schweizer Hause de Sede austauschten. Und wenn man ganz genau hinschaut, kann man sogar die indische Keksdose auf dem Wohnzimmertisch ausmachen, ab Werk liebevoll verziert mit einer Swastika aus gemalten Blumen. Mal ganz abgesehen von dem wunderbaren optischen Kontrast, den Jens Thiels schwarze Brille zu seinem weißen Hemd bildet.

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