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Befindlichkeiten


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2007.08.31 | 10:06 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Programmhinweis

*Eins

*Zwei

Ich mache es mir sehr einfach, nun, hier, und zitiere (in leichter Varianz) Herrn Spalanzani, denn dieser hat alles diesbezüglich Notwendige bereits gesagt:

"Die Große Pyramide [*Eins] ist ein kompliziertes Ding: eine drängende Seltsamkeit, eine Widerlegung der Materie in Beton, fröhlicher Wille im Gewand eines ruchlosen reality tweak, das Stirnrunzeln kleinlicher Historiker künftiger Zeitalter, ein Schwindel, zwei Schwindel, eine zappelnde Möglichkeit, ein gesellschaftliches Gravitationszentrum, ein Hype in der Schale, ein kommunikativer Belagerungszustand, das Zitat der Idee einer Idee, eine monistische Struktur, ein Schmuck des Planeten, ein protoheiliges Gut -

Am Sonntag gibt es in Streetz, einem, so heißt es, malerischen Ort bei Dessau, ein Pyramidenfest [*Zwei] mit Musik und Modellbau und vielen Freunden des unerhörten Gebäudes.

Von Erfurt, Weimar und Berlin gibt es ein Shuttle. Wer mitkommen möchte, sonderbare Gegenwart gucken, melde sich; es ist mehr als wahrscheinlich, dass ich noch Plätze im Bus besorgen kann."

Mail: mail @ thegreatpyramid.org

Bild: René Eisfeld

COMMENTS

1 - posted by Heiko | 2007.09.04 | 16:23

Der (auch) ausgesprochen gelungenen Text, genauer die Quellenangabe, führten mich überraschenderweise von Spalanzani zu Clara … lost Her mind; eine romantische Abschweifung um die Ecken der Pyramide… vielen Dank.

2 - posted by zak | 2007.09.05 | 01:01

Oh ja, es war wunderschön. Hat sie uns nicht alle verzaubert?

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2007.08.30 | 10:07 | Notizbuch PERMALINK  |  TRACKBACK
Oh Tempura, oh Mores!

Den ganzen Tag verbrachte er mit der Durchstreifung der Viertel, die sich um die Thong Lo gruppierten, nördlich der das Raumkonzept “Bangkok” definierenden Sukkhumvit. Schweiß mischte sich mit Staub während er eine olfaktorische Kartographie der Gegend vermittels seiner Nasenhärchen erstellte. Der frische, grüne Geruch der Wiesen und Gewässer um die Botschaftsgebäude herum, die vereinzelten örtlichen Einschläge der Obst- und Grillstände, die animalischen Erschütterungen der Straßengräben und Autowerkstätten. Ein grünes Curry zur Mittagszeit ließ ihn weinen, minutenlang auf der Toilette. Alle Serviced Apartments hatten die gleichen Vorhänge und Möbel, und kein einziges ließ ihn bleiben wollen. Dann doch lieber dieses kleine Zimmer im Garten des Massagesalons, durch dessen Hecke man das kühle Blau des Pools der Deutsch-Thailändischen Gesellschaft riechen konnte, und die drahtigen jungen Körper der Botschaftertöchter sehen, wie sie mit ihren langen dünnen Armen nach bunten Bällen schnappten. Als es schließlich dämmerte, holte er Kae und Christian ab. Auf einem Basketballplatz an der Straße zur Agentur tanzten wohlgenährte Mittvierzigerinnen jugendlich angeleitet zur entsprechenden Musik Choreographien aus den Videos der Sängerin Britney Spears nach. In den großen Orchideensträuchern am Wegesrand saßen stumme große Vögel. Das Holz der Veranda vor den Agenturräumen war kühl und warm zugleich. Bevor sie in den Wagen stiegen, ließ Kae einen glänzenden Luftballon in Form eines Delphins in den Himmel steigen und sie standen lange auf dem Parkplatz, bis seine silbrige Silhouette sich in den Farbdetonationen der Wolken verlor.

Wie japanische Scherenschnitte.

[...] dieses zyklische Buch ist Gott. [...]

Jorge Luis Borges - Die Bibliothek von Babel

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1 - posted by m.o.c. | 2007.09.03 | 12:37

Zwei Anmerkungen:
1. “Eine olfaktorische Karthographie [...] vermittels seiner Nasenhärchen” scheint mir nicht korrekt zu sein (zumal es auch stilistisch nicht unbedingt glücklich formuliert ist), aus folgenden Gründen: a) weil man mit den Nasenhärchen nicht riechen kann (oder irre ich da?), und b) weil es eine pleonastische Äußerung ist.
2. Die Scherenschnitte, seien sie nun japanisch oder sonstwie asiatisch, sind wohl ein momentan, vor allem in der jüngsten deutschen Literatur, grassierendes Motiv (ich vermeide den Begriff Topos); nur stellt sich mir die Frage weshalb; ich habe keine Antwort darauf.

2 - posted by zak | 2007.09.05 | 17:02

Zu 1.: Rein naturwissenschaftlich (und vielleicht sogar ästhetisch) betrachtet haben Sie natürlich vollkommen Recht. Trotzdem konnte ich mich nicht des Dranges erwehren, den Satz exakt so zu verfassen, wie er dort steht. Ähnlich wie bei der schwarzen Ecke und den befehlsgewaltigen höheren Wesen. Auch stelle ich mir vor, dass wir es hier mit einer sehr großen Nase zu tun haben.

Zu 2.: Ich lese keine Literatur, insbesondere keine jüngste deutsche.

3 - posted by m.o.c. | 2007.09.05 | 19:07

Aber Sie machen doch Literatur, wenn ich das richtig verstehe, was Sie hier ab und an schreiben. Und wer Literatur machen will, der muß sie auch lesen. Oder machen Sie etwa littérature brute? Vielleicht meinten Sie gar, Sie lesen keine Literatur, sondern Texte?

4 - posted by Joris | 2007.09.14 | 23:11

Zur körperhaften Semantik: „Gräßlich waren sie anzuschauen, diese schwammigen, klumpig verdickten Füße; das Fleisch trieb Sprossen, wucherte über den Nagelkopf, und die gekrümmten Zehen widersprachen der flehenden Geste der Hände, schleuderten Verwünschungen, zerkrallten beinahe mit ihren blaulichen Hornplatten das Ockergelb des Bodens…“ (Tief unten, Huysmans)

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2007.08.29 | 10:05 | Gonzo PERMALINK  |  TRACKBACK
Kommunizierende Gören

Soeben beim halbherzigen Durchlavieren eines Onlinetextes statt des dort stehenden Eigennamens “Dirk Murschall” das Wort “Diskursmarschall” gelesen.

Sollte ich fluchtartig die Bibliothek verlassen, jetzt, sofort? Mit oberhalb des Kopfes wedelnden Armen, schreiend? Wäre eine Option.

Diskursmarschall. Was für ein Beruf.

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1 - posted by Sugar Ray | 2007.09.18 | 14:35

Gut, Sie stehen ab jetzt unter Beobachtung.

2 - posted by zak | 2007.09.18 | 23:02

Sie Selbst-Googler, Sie! Nun, seien Sie herzlich willkommen, setzen Sie sich, nehmen Sie einen Keks.

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2007.08.29 | 03:31 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Jetzt auch von ganz oben

Vorbeiflug

via pony.exe

[...] Im Zuge der perfektionierten Darstellungstechniken der Kartografie und der damit einhergehenden größeren Aktualität von Karten kann für die Kartografie eine zunehmende Tendenz, das "Land" vollständig zu kartieren, deutlich gemacht werden. Ganz im Sinne jener 1:1-Landkarte, die Umberto Eco im Anschluss an Borges als die Karte vorstellt, die z. B. das ganze Land bedecken würde, so dass es nur noch Landkarte wäre. [...]

Andrea Sick - Kartenmuster

2007.08.29 | 02:19 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
In Weimar steht ein Restaurant

Es war schon immer dieses Einrichten in der Wärme des Glaubens an die Kunst, an das Künstlertum und an die Illusion der Überzeugung, die Romantik auf eine neue, abgeklärte und viel bessere Stufe transponiert zu haben, die mich zu einem unwilligen Entziehen trieb, zu einer Verweigerung und wiederum eigenen Illusion, nämlich der zu denken, man selbst würde in der Simulation eines Erkennens nicht dem Irrtum einer Überheblichkeit erliegen, auch wenn es nur die der Verzweiflung und der Anerkennung der absoluten Macht der Entropie ist.

Vielleicht ist Fürsorge wirklich die bessere Form der Arroganz.

"So what did this Goethe guy do? He was a singer?"

2007.08.25 | 22:23 | Gonzo PERMALINK  |  TRACKBACK
You have no chance to survive make your time

Jetzt zieht Leutnant Jünger seinen Mantel aus.

Izo

Izo

Bitte nicht verwechseln.

2007.08.23 | 13:09 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Konsistenz

Graf Trossi half der jungen Dame aus dem Motorboot, führte sie zu ihrem Tribünenplatz und sprang in den Rennwagen. Das Publikum applaudierte.

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1 - posted by Heiko | 2007.08.27 | 16:18

Livorno, 1938… Als wäre es gestern gewesen…

2 - posted by zak | 2007.08.27 | 17:32

Ja, nicht? Im milden Wind flüsterten die Motoren. Und fast noch kann ich das Öl schmecken, in der Luft.

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2007.08.12 | 11:42 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Some Kind Of Grace

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1 - posted by maike | 2007.08.13 | 10:28

Ja.

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