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2006.02.12 | 21:43 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Reality Check

Krakau schält sich aus den Wolken, unter den Tragflächen der kleinen Maschine, weiß und dunkelgrau. Tropfen auf der Scheibe. Geschwärzte Statuen und Wege, in den Schnee gefurcht. Es ist nur der Fernseher, doch das macht keinen Unterscheid. Kahle Köpfe, Schreie, Stimmen aus dem Off. Städte, Stätten aller Länder, Menschen unter offenen Dächern, unter geschlossenen Himmeln. Das ebenmäßige Antlitz Gottes. Ungezählter Hass, der nicht weiß, wohin. Der Geruch von feuchten Hausfluren, von Gummi, Abgestandenem, Dummheit und Verzweiflung. All die Landschaften, die draußen vorüberziehen. Niemand scheint lesen zu können, in den Molekülen der Welt. Wie sitzt man dem gegenüber?

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Eine dicke Whitetrash-Mutti schaukelt ihr kleines Kind auf dem Schoß, auf ihrem T-Shirt steht “Nazi” über dem Nike-Streifen. Ihr Mann erläutert, dass Skin zu sein das Gleiche bedeute wie SA-Mann zu sein, “Stormtrooper”, wie er sagt; dass die weiße Rasse im Begriff wäre, auszusterben, und dass es ihre Pflicht sei, dies zu verhindern. Er öffnet ein weiteres Bier und die Kamera schwenkt in den Garten des Nachbarhauses, wo eine Gruppe Latinos Rippchen grillt. Automatische Waffen in den Gummibünden der Sporthosen.

COMMENTS

1 - posted by cato | 2006.02.13 | 09:20

Die Doku hab ich übrigens auch gesehen. Neben der Herrenrasse in XXL mit blondierten Haaren und kaputt tätowierten Oberkörpern, verursachte auch die White Power-Dame aus Schweden mit den SS-Runen im Ausschnitt einen verstörten Hickauf.

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