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2006.02.23 | 19:06 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Mythen des Alltags

Während Eckstein in seinem klimatisierten Büro, bebrillt, kariert und leicht schwäbelnd mit einem jungen Einheimischen, dessen Veranstalterambitionen sich an den aufgerollten Plakaten in seiner Hand erkennen lassen, über die nicht vorhandenen Gelder des Institutes diskutiert, schnorre ich draußen auf dem offenen, kolonial weißbeholzten Umgang von einer männlichen Lehrkraft eine Zigarette nach der anderen. Trotz des Siegelringes und den Hosenträgern, die sie trägt, oder vielleicht gerade wegen. Unter Palmen tut sich dies nichts. Auf der anderen Seite des Patios huschen kichernde Sprachschülerinnen umher, weiße Uniformfetzen hinter Baumfarnblättern und sprudelndem Terrakottabrunnen. Aus dem Eingangsbereich, fast nicht mehr hörbar, das monotone Murmeln des Fernsehers, der neben einer Vitrine mit Goethe-Devotionalien stehend Besucher vermittels des Nachrichtenmagazins der Deutschen Welle begrüßt. Irgendwo Vögel. Der Pool im Garten ist leer.

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Bevor Eckstein mir den braunen Umschlag in die Hand drückt, sprechen wir sehr lange über Christian Kracht.

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