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2006.10.25 | 10:22 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Bild. Verfahren.

Es ist wirklich alles schon gesagt worden.

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In einem Haus, in einem Zimmer, sitzt eine Frau. Hinter ihr lehnt ein großer Rahmen an der Wand, barocke Schnitzereien, abblätterndes, nachgedunkeltes Gold. Furchen und Geronnenes. Im richtigen Winkel durch das Fenster betrachtet sieht es aus, als sei die Frau, so wie sie da sitzt, still und ruhig an einem Tisch, auf einem Stuhl, in diesem Zimmer, das einzig richtige Bild, in diesen Rahmen gehörig und nach nirgendwo sonst. Dieses und kein anderes. Sie schält einen Apfel oder liest in einem Buch, ihre schwarzen Locken verbergen ihr Gesicht. Ihre langen dünnen Finger betätigen Messer und Frucht oder blättern Seiten um, die grüne Schale spiralt sich auf einen Teller oder Buchstaben reihen sich aneinander, spiegeln sich in Augen. Glänzende glatte Oberflächen. Schartiger Moment. Es spielt keine Rolle, und doch die größte, jede Beobachtung hier ist Andacht, jeder Gedanke ein Gebet. Man sitzt nicht allein in diesem Baum, draußen vor dem Fenster, ein paar Äste weiter hockt Friedrich Nietzsche, in ungebügeltem Gewand, eingefaltet in sich selbst und in die Zeit, in alle Zeit der Welt. In die, die kein sterblicher Mensch jemals hatte. Den Blick hebt er nicht zum erleuchteten Fenster, sondern versenkt ihn in die schwarzbehaarten Bewegungen einer kleinen Spinne, observierend, wie sie tut, was sie nun einmal tut. So wie man nun ihn gerade betrachtet. Ohne richtig sehen zu können.

Glauben Sie ja nicht, ich wäre mir der Redundanz nicht bewusst.

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