- February 13th, 2012
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“Müsste man alles besser machen.”
(dust)
Ich mag M. Wie sie so halb in der Tür vom Cubix am Alexanderplatz steht, von meinem Ruf angehalten. Dieses Lächeln im Gesicht, das M-Lächeln: belustigt und traurig zugleich. Zeit ist darüber gestrichen und Wind. Es beruhigt mich jedes Mal wenn wir uns sehen. Heute Abend ganz besonders und deshalb drücke ich M ungewöhnlich fest. Später setzt sie sich fast schon automatisch an meine rechte Seite. Wir schauen The Ides of March. Sie findet die Politik-Intrige beklemmend, ich inspirierend. Wir sind beide doch sehr unterschiedlich und ich frage mich, warum ich mich in ihrer Gegenwart so wohl fühle. Vielleicht weil wir erstaunlich oft die gleichen Assoziationen und Gedanken haben, vielleicht weil wir sehr ehrlich zueinander sind und vielleicht, weil sie um sich eine Atmosphäre verbreitet, die mich an einen fröhlich vor sich hingluckernden Heizkörper am Winterfenster erinnert. Später, als sie im CSA an ihrem Mai Tai nippt und ich meinen Hemingway Special viel zu schnell herunterstürze, schäme ich mich plötzlich dafür, wie böse ich bei unserem Kennenlernen vor drei Jahren zu ihr war. Ich sage es ihr und M. schaut erstaunt. Ich will aber auch gar nicht mehr so sein, wie ich damals war, sagt sie leise. Und ich bemerke, dass ich gar nicht weiß,wie ich damals war, am Todestag von Michael Jackson. Aber eines weiß ich: Ich mag M.
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Absurderweise bin ich der Meinung, dass mein Berliner Nachtleben an einem Sonntagmorgen im August beerdigt wurde. In meiner Erinnerung stehe ich im Innenhof des Kater Holzig, auf dem kleinen Steg mit dem Rücken zur Spree. Amüsiert und melacholisch zugleich sehe ich meine drei Begleiter wie auf Fäden gezogen und voneinander getrennt durch die aus Latten zusammen gezimmerte Kulisse irren. Ich spüre, wie die aufgehende Sonne meine linke Gesichtshälfte wärmt und atme den Geruch verbrennender Holzscheite. Irgendwas hält mich davon ab, meine letzte Zigarette anzuzünden. Ich entdecke eine kleine, mir unbekannte Trauergesellschaft, die sich um ein Lagerfeuer am Wasser geschart hat. Einer der Männer dort sagt zu einem anderen: Ich geh jetzt nach Hause und schlafe ein wenig. Eine Frau antwortet, ohne den glänzenden Blick aus den Flammen zu nehmen: Du kommst also wieder. Sie schweigen und das Knacken der Scheite und die Musik aus den Baracken scheint auf einmal von ganz weit her zu kommen. Ja, sagt der erste Mann: Der Stempel gilt nur drei Tage.
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