Wo die l’Amour halt hinfällt

Der Auftragslover von Pascal Chaumeil ist in seiner französischen Leichtigkeit und Anarchie eine wunderbar geschwätzige Komödie, wie sie eben nur aus dem Land der Rotweintrinker und Weißbrotvertilger kommen kann. Der Plot ist eine lustige und vorhersehbare Persiflage auf das abgestandene amerikanische Auftrags-Mörder Genre. Hauptdarsteller Romain Duris spielt darin die Rolle des engagierten und idealistischen Profi-Frauenbeglückers so smart, witzig und konzentriert, dass man (vorausgesetzt man geht mit der richtigen Einstellung ins Kino) die ersten zwei Drittel des Films aus dem Kichern und Schmunzeln gar nicht herauskommt. Die Besetzung der gealterten und ausgemergelten Vanessa Paradis als Romains „mission impossible“ ist jedoch irgendwie echt schräg. Vor allem weil Miss Zahnfee auch nach X Jahren Ehe mit Johnny Depp schauspieltechnisch nun wirklich überhaupt nichts dazugelernt hat. Ihr allzu spröder Charme und die übers Knie gebrochenen Zwangsromantik im letzten Drittel des Streifens nimmt zu viel Fahrt raus: Unweigerlich vermisst man die bis aufs i-Tüpfelchen sitzenden Ideen und Sprüche und gähnt der glücklichen Vereinigung der beiden entgegen, immer im Bewusstsein, dass sich der  spritzige Romain mit der vertrockneten Vanessa garantiert bald tödlich langweilen wird, da sie (entgegen aller Behauptungen der Regie) tatsächlich viel besser zu ihrem faden Millionärsgatten passt. Aber wo die L’amour halt hinfällt, da muss eben auch olala sein. Egal. Reingehen. Viel Lachen und danach ein schönes Gläschen des  französischen Roten, dabei ein wenig mit der Liebsten rumknutschen und ein Zigarettchen. C’est la vie!

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