Das Kryptophon klingelte und also verließ mich der General für eine Weile. Er führte ein gedämpft-unverständliches Gespräch mit dem Stützpunkt, durch die Milchglastür sah ich seine Silhouette in ruhiger Bewegung. Die Autorität des Mannes mußte spürbar sein am anderen Ende der Leitung. Ich hörte derweil dem Knacken des Feuers zu und dem Blubbern des Phonboilers und wunderte mich. Seltsam erschien (und erscheint) mir nicht, was mich umgab, sondern daß ich noch vor ein paar Wochen ein Leben in einer Berliner Hinterhofwohnung geführt hatte. Daß sich die Dinge so drastisch ändern konnten, ohne mich auch nur im Entferntesten hilflos zu lassen, war vielleicht die stärkste Erkenntnis der letzten Wochen. Wie ich da so saß, packte mich wieder das wilde Gefühl, das mich durch diese ganze seltsame Geschichte begleitet hatte: Man hat es, wenn die Tatsache heraufdämmert, daß man eine riskante Wette gewinnen wird. Als der General zurückkam, mir Tee anbot, sich zurechtsetzte und mich bat, fortzufahren, war ich fast ebenso euphorisiert wie in den Tagen, von denen ich ihm dann erzählte.

Protokoll | link | 27. July 2006