In den folgenden Wochen las ich anfallartig und ungeduldig in der Literaturgeschichte herum, griff mir mal hier, mal da unruhig einen Band aus dem Regal unter dem Fensterbrett oder vom Stapel zwischen Fenster und Sofa, Kleist (Penthesilea), Schmidt (Seelandschaft) oder mysteriöse Kleinigkeiten von Borges, las ein paar Seiten, blätterte und schaute beim Notebook vorbei (eine Mail? eine Mail?), ging, einen Finger zwischen den Seiten, eine Tafel Schokolade holen oder Wasser, las wieder einige Seiten, blätterte, ging pinkeln und beunruhigte mich mit der Beobachtung, daß ich mir das angewöhnte: Aufs Klo zu gehen, um mich sicher sinnvoll zu beschäftigen. Ich hörte Berlioz in einer Lautstärke, die meine Nachbarn so verunsicherte, daß sie sich nie darüber beschwerten, und wenn das Paukengewitter aux champs von ferne rumpelte und an Macht gewann, dann wollte ich das als Zeichen verstanden haben.

Protokoll | link | 13. September 2006