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	<title>Comments on: </title>
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	<description>wenn du aber lau bist, und weder kalt noch warm --</description>
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		<title>By: spalanzani</title>
		<link>http://www.struppig.de/vigilien/?p=1159&#038;cpage=1#comment-8286</link>
		<dc:creator>spalanzani</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Mar 2008 21:17:28 +0000</pubDate>
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		<description>Nein? Nanu? Wovon ist &quot;Mann&quot; denn dann das Gegenteil? (Etwas sehr Albernes in mir will grade &quot;Maus&quot; sagen, aber das muß schweigen, das Alberne, das ist nur eine Ausgeburt meiner heutigen Zu-Grütze-Gekochtheit.)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nein? Nanu? Wovon ist &#8220;Mann&#8221; denn dann das Gegenteil? (Etwas sehr Albernes in mir will grade &#8220;Maus&#8221; sagen, aber das muß schweigen, das Alberne, das ist nur eine Ausgeburt meiner heutigen Zu-Grütze-Gekochtheit.)</p>
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		<title>By: person</title>
		<link>http://www.struppig.de/vigilien/?p=1159&#038;cpage=1#comment-8268</link>
		<dc:creator>person</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Mar 2008 12:27:08 +0000</pubDate>
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		<description>ha, ich habe auch mit vier jahren beschlossen, dass ich ein junge sein will, weil es die besser haben. aber das hat nicht funktioniert, na dann eben frauenperformance jetzt. wobei ja &quot;mann&quot; nicht wirklich das gegenteil von &quot;frau&quot; ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ha, ich habe auch mit vier jahren beschlossen, dass ich ein junge sein will, weil es die besser haben. aber das hat nicht funktioniert, na dann eben frauenperformance jetzt. wobei ja &#8220;mann&#8221; nicht wirklich das gegenteil von &#8220;frau&#8221; ist.</p>
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		<title>By: spalanzani</title>
		<link>http://www.struppig.de/vigilien/?p=1159&#038;cpage=1#comment-8248</link>
		<dc:creator>spalanzani</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 12:20:41 +0000</pubDate>
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		<description>Jochen: Widerspruch! Frau Roche weiß sehr genau, was sie tut. Ich bin weit entfernt davon, ihr zu unterstellen, daß sie da nur die wilde Guck-mal-was-ich-mich-traue-Nummer macht.

Nein, sie hat da schon was vor. Man kann ja auch gar nicht überlesen, wie fertig ihre Helen ist -- spätestens die Avocadogeschichte ist nicht mehr &lt;i&gt;einfach irgendwie krass&lt;/i&gt;. Obacht: Die Figur hat sich sterilisieren lassen, aus sehr neurotischen Gründen, und gebiert jetzt Avocadokerne. Man muß ja keine Frau sein, um die Verzweiflung wahrzunehmen, die da hineingeplant wurde in diese Helen.

Das Problem ist nicht, daß das leerer Vorlese-Skandal-Pop wäre. Das Problem ist, daß es eine Klage ist, statt ein Entwurf zu sein -- das könnte sie! -- und  zumindest in meinem (wie gesagt allerdings möglicherweise privilegierten) Weltbild nicht einmal eine besonders zwingende Klage.

Mark: I&#039;m a doctor today / I&#039;m curing viewers by the thousands</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jochen: Widerspruch! Frau Roche weiß sehr genau, was sie tut. Ich bin weit entfernt davon, ihr zu unterstellen, daß sie da nur die wilde Guck-mal-was-ich-mich-traue-Nummer macht.</p>
<p>Nein, sie hat da schon was vor. Man kann ja auch gar nicht überlesen, wie fertig ihre Helen ist &#8212; spätestens die Avocadogeschichte ist nicht mehr <i>einfach irgendwie krass</i>. Obacht: Die Figur hat sich sterilisieren lassen, aus sehr neurotischen Gründen, und gebiert jetzt Avocadokerne. Man muß ja keine Frau sein, um die Verzweiflung wahrzunehmen, die da hineingeplant wurde in diese Helen.</p>
<p>Das Problem ist nicht, daß das leerer Vorlese-Skandal-Pop wäre. Das Problem ist, daß es eine Klage ist, statt ein Entwurf zu sein &#8212; das könnte sie! &#8212; und  zumindest in meinem (wie gesagt allerdings möglicherweise privilegierten) Weltbild nicht einmal eine besonders zwingende Klage.</p>
<p>Mark: I&#8217;m a doctor today / I&#8217;m curing viewers by the thousands</p>
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		<title>By: mark793</title>
		<link>http://www.struppig.de/vigilien/?p=1159&#038;cpage=1#comment-8247</link>
		<dc:creator>mark793</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 12:09:52 +0000</pubDate>
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		<description>Es hinzunehmen, dass das Buch keine Message hat, fiele vielleicht leichter, zöge die Autorin nicht von Interview zu Talkshow und von Talkshow zu Interview, um die Message rüberzubringen. ;0)

Ich frag mich ja manchmal, wie es gewesen wäre, hätte es das Fernsehen schon zu Olims Zeiten gegeben. Was hätte Eichendorff höchstselbst zu seinem &quot;Taugenichts&quot; zum besten gegeben, hätte er bei Beckmann, Kerner oder Illner dazu Rede und Antwort stehen müssen?

Mer waases net, mer stickt net drin...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es hinzunehmen, dass das Buch keine Message hat, fiele vielleicht leichter, zöge die Autorin nicht von Interview zu Talkshow und von Talkshow zu Interview, um die Message rüberzubringen. ;0)</p>
<p>Ich frag mich ja manchmal, wie es gewesen wäre, hätte es das Fernsehen schon zu Olims Zeiten gegeben. Was hätte Eichendorff höchstselbst zu seinem &#8220;Taugenichts&#8221; zum besten gegeben, hätte er bei Beckmann, Kerner oder Illner dazu Rede und Antwort stehen müssen?</p>
<p>Mer waases net, mer stickt net drin&#8230;</p>
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		<title>By: Jochen</title>
		<link>http://www.struppig.de/vigilien/?p=1159&#038;cpage=1#comment-8244</link>
		<dc:creator>Jochen</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 09:23:31 +0000</pubDate>
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		<description>Habe das Buch auch gerade aus Langeweile während eines Magen-Darm-Infekts weggelesen. Mit sehr ähnlichen Gefühlen. Es soll ja ein feministisches Buch sein. Ich finde, es ist aber gerade ein furchtbar unfeministisches Buch, weil die Protagonistin ja ihr ganzes Scheidungskind-Elend aufs weiteste ausbreitet und immer wieder aufs Neue repetiert, dass ein Mann im Bett besser ist als niemand im Bett. Und zum Schluss wirft sie sich vor lauter Einsamkeit dem Krankenpfleger in die Arme. Die Protagonistin scheint nicht zu verstehen, dass ihr ganzes Schnoddriges &quot;Meinekörpersäftesindsuper&quot;, das sie ja nahezu als Lebenskonzept verfolgt&quot; sie möglicherweise ins Krankenhaus gebracht hat. Hier propagiert jemand einen bestimmten Lebensstil, weil er die anderen alle doof findet, und leidet doch letztlich genau unter diesem Lebensstil. 

Das Buch ist trotzdem amüsant geschrieben, Charlotte Roche schreibt forsch und witzig. Aber man sollte nicht davon ausgehen, dass das Buch eine &quot;Message&quot; hat.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Habe das Buch auch gerade aus Langeweile während eines Magen-Darm-Infekts weggelesen. Mit sehr ähnlichen Gefühlen. Es soll ja ein feministisches Buch sein. Ich finde, es ist aber gerade ein furchtbar unfeministisches Buch, weil die Protagonistin ja ihr ganzes Scheidungskind-Elend aufs weiteste ausbreitet und immer wieder aufs Neue repetiert, dass ein Mann im Bett besser ist als niemand im Bett. Und zum Schluss wirft sie sich vor lauter Einsamkeit dem Krankenpfleger in die Arme. Die Protagonistin scheint nicht zu verstehen, dass ihr ganzes Schnoddriges &#8220;Meinekörpersäftesindsuper&#8221;, das sie ja nahezu als Lebenskonzept verfolgt&#8221; sie möglicherweise ins Krankenhaus gebracht hat. Hier propagiert jemand einen bestimmten Lebensstil, weil er die anderen alle doof findet, und leidet doch letztlich genau unter diesem Lebensstil. </p>
<p>Das Buch ist trotzdem amüsant geschrieben, Charlotte Roche schreibt forsch und witzig. Aber man sollte nicht davon ausgehen, dass das Buch eine &#8220;Message&#8221; hat.</p>
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	<item>
		<title>By: spalanzani</title>
		<link>http://www.struppig.de/vigilien/?p=1159&#038;cpage=1#comment-8231</link>
		<dc:creator>spalanzani</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2008 23:19:07 +0000</pubDate>
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		<description>Ich mache das, bewusst, ohne Quatsch, seit ich etwa 6 bin. Ich kann mich glasklar an den Moment erinnern, als ich damit angefangen habe, und an den Wortlaut, mit dem ich beschlossen habe, daß es besser ist, ein Junge zu sein. (Ich war sagenhaft verliebt, konnte aber noch nicht recht unterscheiden zwischen Habenwollen und Seinwollen. Ich fand Mädchen einfach insgesamt viel toller. Irgendwann fiel es mir dann auf: Jungs haben es besser. All die Vorteile, und am Ende dürfen sie die Mädchen &lt;i&gt;heiraten&lt;/i&gt;. Es war ein erster Sündenfall, ich ersetzte zum ersten mal wolkige Verehrung durch den erbarmungslosen Mechanismus Besitz in meinem Geiste. Ach, eine traurige, unvermeidliche Geschichte. Seit 22 Jahren sprechen wir nicht miteinander. Man hat mir allerdings, tröstend, zugetragen, daß sie mich, ebenfalls, immer noch liebt.)

Im Ernst: Ich hatte meinen Charlotte-Beitrag hier zweimal in gegenderten Formulierungen stehen und habe mein &quot;aber ich bin ja auch ein Kerl&quot; zweimal wieder rausgenommen. 

Ich hätte es so viel lieber, wenn das keine Rolle spielen würde. Wenn das kein Mädchenbuch wäre und mein Zweifel kein Männerzweifel.

Ich habe Charlottes Charlottigkeit nie als einen spezifisch weiblichen Vorschlag an die Welt verstanden. Das war einfach so richtig, das hing in keiner Weise davon ab, daß sie eine Frau war. Und ich habe deshalb &lt;i&gt;Feuchtgebiete&lt;/i&gt;, rosa Umschlag und Klappentext und dergleichen Verlagsmarketing-Unfug hin oder her, nicht als Frauenbuch lesen wollen. Das wäre mir ein zu billiges Identifikationsangebot gewesen: qua Geschlecht. Ich hätte das dann auch bloß noch von außen lesen können, als Teil der &lt;i&gt;Frauenliteratur&lt;/i&gt;, mit einem zoologischen Interesse. Niemals! dachte ich, sowas macht Charlotte auch nicht. Wenn eine weiß, daß wir aufhören müssen mit diesem Scheiß, dann doch sicher sie.

Ja, es hilft, ein Mann zu sein. Es hilft allerdings noch viel mehr, einmal einsam und einmal nicht mehr einsam gewesen zu sein -- ein Privileg, das geschlechtsunabhängig verteilt wird und möglicherweise sehr, sehr selten ist. Vielleicht ist es eher das, wenn ich so drüber nachdenke. (&lt;i&gt;Feuchtgebiete&lt;/i&gt; ist ja, hinter der pädagogischen Ekelblödelei, vor allen Dingen ein Einsamkeitsbuch, oder?)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mache das, bewusst, ohne Quatsch, seit ich etwa 6 bin. Ich kann mich glasklar an den Moment erinnern, als ich damit angefangen habe, und an den Wortlaut, mit dem ich beschlossen habe, daß es besser ist, ein Junge zu sein. (Ich war sagenhaft verliebt, konnte aber noch nicht recht unterscheiden zwischen Habenwollen und Seinwollen. Ich fand Mädchen einfach insgesamt viel toller. Irgendwann fiel es mir dann auf: Jungs haben es besser. All die Vorteile, und am Ende dürfen sie die Mädchen <i>heiraten</i>. Es war ein erster Sündenfall, ich ersetzte zum ersten mal wolkige Verehrung durch den erbarmungslosen Mechanismus Besitz in meinem Geiste. Ach, eine traurige, unvermeidliche Geschichte. Seit 22 Jahren sprechen wir nicht miteinander. Man hat mir allerdings, tröstend, zugetragen, daß sie mich, ebenfalls, immer noch liebt.)</p>
<p>Im Ernst: Ich hatte meinen Charlotte-Beitrag hier zweimal in gegenderten Formulierungen stehen und habe mein &#8220;aber ich bin ja auch ein Kerl&#8221; zweimal wieder rausgenommen. </p>
<p>Ich hätte es so viel lieber, wenn das keine Rolle spielen würde. Wenn das kein Mädchenbuch wäre und mein Zweifel kein Männerzweifel.</p>
<p>Ich habe Charlottes Charlottigkeit nie als einen spezifisch weiblichen Vorschlag an die Welt verstanden. Das war einfach so richtig, das hing in keiner Weise davon ab, daß sie eine Frau war. Und ich habe deshalb <i>Feuchtgebiete</i>, rosa Umschlag und Klappentext und dergleichen Verlagsmarketing-Unfug hin oder her, nicht als Frauenbuch lesen wollen. Das wäre mir ein zu billiges Identifikationsangebot gewesen: qua Geschlecht. Ich hätte das dann auch bloß noch von außen lesen können, als Teil der <i>Frauenliteratur</i>, mit einem zoologischen Interesse. Niemals! dachte ich, sowas macht Charlotte auch nicht. Wenn eine weiß, daß wir aufhören müssen mit diesem Scheiß, dann doch sicher sie.</p>
<p>Ja, es hilft, ein Mann zu sein. Es hilft allerdings noch viel mehr, einmal einsam und einmal nicht mehr einsam gewesen zu sein &#8212; ein Privileg, das geschlechtsunabhängig verteilt wird und möglicherweise sehr, sehr selten ist. Vielleicht ist es eher das, wenn ich so drüber nachdenke. (<i>Feuchtgebiete</i> ist ja, hinter der pädagogischen Ekelblödelei, vor allen Dingen ein Einsamkeitsbuch, oder?)</p>
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		<title>By: person</title>
		<link>http://www.struppig.de/vigilien/?p=1159&#038;cpage=1#comment-8230</link>
		<dc:creator>person</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2008 15:07:33 +0000</pubDate>
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		<description>weniger druck, mehr privileg rührt daher:
du bist ein mann.
das ist etwas, wofür du gott bei allem atheismus und bei aller niedrigeren lebenserwartung jeden morgen unter heissen tränen danken kannst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>weniger druck, mehr privileg rührt daher:<br />
du bist ein mann.<br />
das ist etwas, wofür du gott bei allem atheismus und bei aller niedrigeren lebenserwartung jeden morgen unter heissen tränen danken kannst.</p>
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