Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

This Löffel is Tocotronic.

Link | 4. November 2005, 13 Uhr 17


Robert Vernon Atherton Gwillym.

[Die lauernde Heimtücke der Bookmarkfolder]

Link | 2. November 2005, 22 Uhr 43


Stille hängt über den Umtrieben und helles Licht ohne Wärme. Weiße Teppiche leuchten in diesem Licht wie die drei einzigen Worte des Tages (eine knappe Bestellung und das „Bitte“ danach). Unter diesem Licht kreischen Schienen, schleichen die Bahnhöfler, knistern die schweigenden Leser in der Bibliothek. Im farb- und wärmelosen Licht sterben Blicke auf halber Strecke. Das Laub rührt sich nicht in den Böen, ratlose Taxis stöbern darin, umkreisen den Block und finden niemanden, der irgendwo hin müsste.

[und obwohl alles dürfte]

Als das Licht sie freigibt, tauchen die Fenster auf. Eine alte Frau streichelt lange eine reglos weiße Katze mit wachen Augen. Ein Mädchen mit einem Handtuch im Haar durchquert den Raum und erleuchtet Spiegel, Schreibtisch, Bücher, Notizen und das alles noch einmal. Einer mit modischer Frisur stellt ein Bier ins Halbdunkel. Eine bricht auf, die Hand kurz auf seiner Schulter. Eine grauhaarige Frau nimmt ein Buch aus einem hohen Regal und legt es zu den anderen. Zwei essen und reden in einer halbdunklen Küche. Bei mir glühen nur ein kleiner versteckter Draht, die stählerne Klappe und die Musik; nichts sonst hat Erlaubnis, aus der hellen Sachlichkeit zu treten.

[müsste nichts anders sein]

[wie angenehm!]

Link | 2. November 2005, 22 Uhr 25


Ich muß das jetzt, sagte er verdutzt, aber entschlossen und ziemlich unverhofft, endlich jemandem gestehen: Ich weiß bis heute nicht, was „feixen“ eigentlich ist. Bevor das Wort endgültig verschwindet, kann’s mir bitte jemand verraten?

Link | 1. November 2005, 20 Uhr 32 | Kommentare (1)


Augenblicklich — aus gar nicht geklärten Gründen — zu einem Sinndestillat nicht fähig wie sich das gehörte für einen Profisinnbrenner, diesmal also fröhlich undestilliert.

Du quasselst, du quasselst, das ist alles was du kannst.(Queneau, Zazie in der Metro, Klappentext, Suhrkamp, orange.)

Stelle fest, daß besser wäre: Wirklich kontrolliert zu sprechen. Die Sätze sorgfältig zu setzen, die eingeschliffen ordinären Wendungen, die Hastigkeiten, vor allem die Hastigkeiten, die Eitelkeiten weglassen zu können. Rhythmisiert zu sprechen. Nichts einfach zu sagen. Langfristig: Nur hiermit noch zu sprechen („Diane, its 6:18 AM…I’m holding in my hands a small box of [selbstgoogeln!]…“). Und dann noch einmal sehr behutsam zuhören, korrigieren, endlich auch den Tonfall beherrschen.

Und dann als Ausgleich auch nichts mehr schreiben, sondern überhaupt nur noch perfekt ausbalancierte Stimme sein; Stimme auf magnetischer Dynamik und über dem gerade eben unhörbaren Rauschen der analogen Maschine:

Die tiefe Stille des Bandes, drei gute Sätze, Stille. Loop.

[Und natürlich sofort die Radio-Ideen beiseite: Wie es wäre, die Sätze mit Musik zu umbauen, genau der richtigen Musik, wie heftig und magisch das sein könnte und wie unmöglich zu machen.]

[Die Imagination des Technologiemagiertums ist so geläufig wie großartig: Ein reduzierter Raum, in dem Erlebtes tonlos resoniert, kühl um eine bescheiden pragmatische Maschine gebaut, die mit jedem sprechen kann, Datentransfers steuert oder Geld- oder Memflüsse; der Magier, Herr der Maschine, sitzt dort, zivilisiert, die Fingerspitzen zum Zelt gegeneinandergelegt, und kontrolliert die Wirklichkeit, schweigend, aus der Distanz, mit dem Ernst eines Anarchisten.]

[Immer wieder Orson Welles, der geniale Hund. Hat jemand diesen Film oder die Silovic-Dokumentation?]

Link | 1. November 2005, 1 Uhr 33 | Kommentare (5)


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