Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Faldbakken, Seite 67. Ja schon. Aber, ach ich weiß nicht. Zerstreuung, verdammte Zerstreuung. Als gäbe es Zeit totzuschlagen.

[als es Zeit gewesen wäre, in irgend einem Keller mit Fremden einen Ärztesong zu singen und hinterher]

Link | 20. Januar 2006, 4 Uhr 34


Lacht ruhig. Aber mit so was kriegt man mich halt.

Link | 19. Januar 2006, 20 Uhr 06 | Kommentare (2)


Warum wir heute natürlich keine plots könnten, selbst wenn wir’s versuchten: Sie sind nicht glaubwürdig zu kriegen vor uns selbst, es ist nichts zu machen, wer würde denn Psychologie betreiben oder das Außergewöhnliche ertragen. (Der Sohn eines russischen Oligarchen, Sauerstoffdiners unter goldbelegten Kuppeln etc, will in Stuttgart die Normalität lernen und gerät in bildungshedonistisches Milieu, man spielt Klavier, singt und kann es, eine Liebesgeschichte, knarzendes Parkett und Licht hinter Flügeltüren, er kommt zurück ins Russland Putins, spricht Deutsch mit schwäbischem Akzent; er findet seinen Vater kurz vor der Verhaftung; heimatlos tritt er in die Armee ein –? es geht nicht.)

Sie behelfen sich, kings of setting: Die Besten trashen (das ist eine Lösung, die mir sympathisch ist) drastisch und bekennend, die schlechtesten erzählen Räuberpistolen, die nach Hollywooddrehbuch klingen oder nach aufgeblasener Bewältigung von Wohlstandskleinkramproblemen.

Vielleicht sollte man eine neue 70-Seiten-Form machen, soweit kommt man ohne Psychologie und Behelfe, vielleicht 3 mal 70 Seiten, drei kluge Autoren, die sich verstehen und eine Sache ausleuchten und ihr Talent für settings rauspfeffern können ohne den Zwang zur Plausibilität.

[Wenn ich einmal einen Verlag leite]

Link | 19. Januar 2006, 4 Uhr 56 | Kommentare (4)


Unsinn, Konsum. Ich wünschte vielmehr, es gäbe Umstände, die mich zwängen, in ein südamerikanisches Land zu fahren, das derzeit nur mit dem Schiff zu erreichen wäre, so daß ich anderthalb leere Wochen auf See hätte, die ich totschlüge mit dummen Büchern und Blicken zur Diplomatentochter am Nebentisch, spoiled brat, undsoweiter, und dort dann ein endloses ungewisses Warten, allein in einem Zimmer mit Ventilator und Holzlamellen vor den Fenstern und einem quietschenden, gewölbten Bett.

[Es muß unbedingt etwas geschehen]

[Wenn nicht, nähme ich aber zeitweilen doch auch so ein Matchpointleben]

[Dabei gibt es gar keinen Grund zur Unzufriedenheit, die Dinge geraten durchaus in Bewegung, aber es fehlt dieser Sog, der in ein ordentliches Leben gehört, es fehlt dem Drama doch sonst die Substanz]

Link | 19. Januar 2006, 4 Uhr 39 | Kommentare (1)


Immer noch My way. So oder so wird hier demnächst ein Sarg rausgetragen.

Link | 18. Januar 2006, 20 Uhr 40 | Kommentare (2)


Vorhaben 2006: Das Weblog von Dietmar Dath entdecken.

Link | 18. Januar 2006, 19 Uhr 11


Zauberei! Und, gucken Sie mal diese unglaublichen Bilder und Texte alle durch, heftiger Würgreiz.

[Die Welt in Powerpoint und die permanente Anbiederung der Praktikanten im Geiste]

Link | 18. Januar 2006, 18 Uhr 07 | Kommentare (4)


Seit zwei Stunden loopt irgendwo im Betonhaus My Way, die verzweifeltste unter den Hymnen der Selbstbehauptung, der schmerzhafte Beweis der These, daß diejenigen ein bestimmendes Selbst brauchen, die keinen Geschmack haben an Dingen und Menschen. (Kinder, die mit 40 erfahren, aber nicht begreifen, daß es nicht reicht, zu fordern, sondern daß man sich verhalten muß, bekommen feuchte Augen bei diesem Heuler, alkoholentschuldigt, und sehen sich tapfer anstehen, eine felsenhafte Gestalt im Ansturm der finsteren Weltunbillen.)

[Nachsicht und Ablehnung. Aber Ablehnung. Weil sich Elend überträgt, in meinen privaten Raum überträgt, für den ich an ein Recht auf die notwendige Illusion von Würde glaube; Daseinsgrund des heiligen Wohnraumes. Der genau der Raum ist, in dem ich das Maß an zu mir kommendem Total-Mißverständnis normalerweise selbst regle, über ein Potentiometer.]

[Der Überhebungseintrag, ein überschätztes Genre. Bei Männern: „Der armselige impotente Diesunddas vor mir im…“ bei Frauen: „Neulich hab‘ ich ja einen gedatet, der hatte in seiner Wohnung nichmal… nie wieder angerufen…“. Große Comedyerfolge. Wendet sich aber gegen einen selbst, wenn man sowas sagt, nichwahr. Muß man also so einen drecksmusikinduzierten Selbsthaßmoment abwarten ‚für.]

[My way, my way, my way. Fuck it. Niemand interessiert sich dafür. Geh scheißen, falls Du nicht eh schon baumelst.]

Link | 18. Januar 2006, 15 Uhr 44


Wenn ich, durchschnittlich etwa einmal im Jahr, das Department Store im Quartier 206 um ein paar Kleinigkeiten aufsuche, befällt mich ein jähes Verlangen nach sozialem Aufstieg. Ich schäme mich dafür, weiß ich doch, daß ich lieber ein stolzer Proletarier sein sollte, meine Brille mit Tesafilm flicken und den porschefahrenden Jurastudenten ein „Denken hilft!“ in Fraktur auf die gewachste Haube kloppen, nur, es hilft nichts: Ich gäbe gerne Unsummen für Unsinn aus. Und weil ich natürlich weiß, daß Konsum an sich gar nicht glücklich macht, würde er mich absolut und vollkommen wahnsinnig glücklich machen, kein Zweifel. Ich werde, sozial einmal aufgestiegen, diverse Wohnungen mit Ausblick halten und mein Leben, das viel bedeutungsloser als jetzt ja wohl auch nicht mehr sein könnte, genußvoll und kniedubbend damit verbringen, mich in höhlenartigen Loungemusikmöbelläden auszustatten.

Einstweilen trage ich den schwarzen H&M-Filzmantel, die Uniform derer, die zu verdorben für den restlichen billigen Mist sind und zu arm für was ordentliches. Und wann immer sich die Gelegenheit bietet, verwirre ich die Leute damit, meinen Vorteil zu ignorieren. Zum Beispiel kann man das Weltbild von studentischen Burger-King-Verkäufern sichtlich erschüttern, indem man mit einem 7-Euro-Gutschein hingeht, sich für 3 Euro zwei Burger geben lässt und mit der Antwort „Mehr Hunger hab‘ ich nicht“ auf volle 4 theoretische Euro verzichtet. Er hat fast gebettelt, mir wenigstens noch ein Getränk geben zu dürfen und seine Gewissheiten zu retten. Ich kann da sehr gnadenlos sein.

[Wo wir grade von sozialem Aufstieg sprechen: Fast Food geht schon kaum mehr. Nicht wegen kulinarischer Etepetetereien, ein Gang zu Burger King ist eine astreine Sauerei, zu der man sich bekennen soll, schuldig und fertig, nein: Die Leute, die Musik und die Optik, und schon kämpft die schnelle kleine Glutamatlust mit einem handfesten Fluchtreflex.]

Link | 17. Januar 2006, 4 Uhr 25 | Kommentare (1)


Was ist das, was ist das? „Ulmens Auftrag“? Mit Ulmen und Nora Tschirner? Oh bitte laß es gut sein! Ulmen! Nora Tschirner!

Link | 15. Januar 2006, 19 Uhr 17


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