Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Ich nenne dieses Phänomen Passanten-Flow-Resonanz, vulgär „heidelberger Deja-vu“.

Link | 23. März 2006, 13 Uhr 48


Hehe.

[Und Dath wird euer Marcuse sein, Ungeborene!]

(danke gesprächsfetzen)

Link | 23. März 2006, 12 Uhr 42 | Kommentare (1)


Von der jungen Luft ausgestattet mit einer komplett albernen Fähigkeit, mich über alles zu wundern, stellte ich heute im Thai-Bistro zwei Dinge fest. Eins: Die Moderne ist ja (jetzt fällt’s mir ein!) bloß eine mitteleuropäische Wahnidee, Rationalität und Klarheit etc, ein nutzloser Aufstand gegen den natürlichen Zustand der Welt, die eigentlich eher ein Zuhause für Orangen-Stilleben und solche Sachen ist. Zwei: So verruchte und gefährliche Dinge wie Zigaretten sind unfassbar leicht zugänglich. Ich müsste nur einmal zwei Geldstücke in diesen Automaten werfen, dann kämen da Zigaretten raus und würden mir gehören. Uah. Dann hätte ich welche. Sie würden auf dem Schreibtisch liegen und sagen: He, du da. Entweder du bist bekloppt oder du wolltest uns rauchen. Dann würde ich sie rauchen, um nicht bekloppt zu sein, was sich bestimmt komplett vierzehnjährig anfühlen würde, und dann hätten sie mich, für immer. Eins a: Dafür muß man gar nicht in ein Thai-Bistro gehen, irgend ein Bistro reicht aus, das hat gar nichts mit Europa zu tun. Das ist eher nur eine Milieu-Spinnerei, mit der Moderne. Ist das nicht ungeheuer seltsam?

[Der Tag, an dem ich den inneren Jostein Gaarder wiederfand, die Sau]

[A propos seltsam .]

Link | 22. März 2006, 0 Uhr 26


Weit geöffnet das Fenster, jenseits einer Wildnis von Frauenkleidern. Von draußen drang wohl Mondlicht ein, crême und grün, und sanfte Ballen dieser Düfte: Myrrhen, die den Boulevardbäumen abends der Regen abgeschmeichelt hatte; eine erotische Art von Benzin, die gewisse Auto-Sorten treibt; all die Gemüse des atmenden Bodens; die naive Penetranz der Straße; innere Mysterien der Frauen; und die lautlosen Vorpostengefechte der Angst.

(Ferdinand Hardekopf!)

Link | 18. März 2006, 13 Uhr 28 | Kommentare (1)


Das gehört alles zusammen: Die Farben, die nicht erst auf dem Material so geworden sind, sondern wirklich so waren in diesen Jahren, ich erinnere mich; dann die von frühen Reisen vertrauten roten Mauern des äußersten Südwestens; die kleinen, unspektakulären Museen, Scherenschnitte und Dichterseidenstrümpfe. Ein Tschilpen, viel schwankender Löwenzahn, die Kleidung, die langen Einstellungen, durch die immer erst der Wind darf vor dem Schnitt. Und das eingefasste, sorgfältige, durchrhythmisierte Deutsch, erkennbar geschult an Goethe und Büchner, die immer auch selbst zu Wort kommen. Jeden Satz möchte man mitschreiben, weil er zu schade scheint für’s Fernsehen. Ich denke mir: Die greisen Autoren dieser Filme sitzen täglich bitter in erbsgrünen Samtsesseln und sehen fern; ihre Überlegenheit würgt sie, sie wären so gern nur altes Eisen.

In jedes Bild möchte man sich hineinsetzen, den Rucksack ins Gras stellen, einen schalen Schluck Wasser aus der Flasche trinken, einen Keks essen, einen Keks weitergeben, surrend müde die Füße. Später schweigend einen Rotwein auf einer Restaurantterasse (mit Sinalco-Schirmen?), bis es kühl wird.

Alte „Reisewege zur Kunst“ auf BR alpha.
Nicht aus Sentimentalität, nicht einmal als Kontrast. Diese Sachen sind gut. Sie erzählen von der ruhigen Begeisterung der europäischen Intelligenz für den ungewohnten Frieden, der plötzlich eingekehrt ist und der festgehalten werden soll in jedem Bild, kostbar, sommerlich und im Bewusstsein kultureller Höhe.

[Wie schal das Gewäsch von der neuen Bürgerlichkeit davor sofort wird.]

[Es ist… ein Heimatlied.]

Link | 17. März 2006, 23 Uhr 59


Laub und Bilder in schwarzem Wasser, geräuschlos müdes Holz, tiefe Spuren.
Schnalzendes Geflatter über den Feldern.

[Und die Abwesenheit von Gewalt]

Link | 16. März 2006, 19 Uhr 58


Instinkt

Link | 16. März 2006, 18 Uhr 08


[München. Stadt der unfluffigen Evaluation. Gerade deswegen Spaß gehabt (länger nicht vorgekommen). Die Wohnungen der jungen Berater: unordentlich oder karg. Der gepeitschte Intellekt dieser Leute.]

Link | 14. März 2006, 3 Uhr 13


Heiterkeit
Hei-ter-keit.

Link | 9. März 2006, 17 Uhr 06


Satt der Tropfen und gerät in Bewegung über die Spitze, gleich fällt er. Reg- und atemlose Stille, damit wir den Aufprall auf dem dicken dunkelgrünen Blatt darunter nicht überhören.

[Ein Arno-Schmidt-geschulter Exeget entdeckt in solchen Zeilen natürlich den Einfluß der frühen „Sendung mit der Maus“]

Link | 9. März 2006, 13 Uhr 51


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