Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

[Poster.de schickt mir dagegen eine Mail, in der steht, daß etwas namens Gourmondo mich in die Welt des Genusses entführe, soviel lese ich noch in der Zeit, in der mein kleiner Finger zur Rücktaste reist. Was immer Gourmondo ist (and I command it sha’nt be googeled), der latinisierende Warmvokalkippen-Jungunternehmensnamen ist mir Signal genug. Aber was will man erwarten von Leuten, die mich, weil ich mal ein Poster gekauft habe, in die Welt des Genusses entführen wollen. Lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen, in die Welt des Genusses entführen!]

Link | 30. November 2006, 15 Uhr 29


Angelo Badalamenti ist gar nicht mal so dementi.

[Wohingegen debitel]

Link | 30. November 2006, 15 Uhr 20 | Kommentare (1)


Spammer wissen eben, worauf es ankommt: „Riesige Tannenbäume mit Standfuss“.

Link | 30. November 2006, 15 Uhr 14


[#]

[Nachtrag: Ah schön, übrigens: Im vorletzten Eintrag, das dritte Bild von oben, „Der Vampir“ von Munch, zeigt vermutlich Dagny Juel.]

Link | 29. November 2006, 13 Uhr 06 | Kommentare (6)


Die chinesische Botschaft lautet: Fahrt nicht nach China. Glatte, abwaschbare Metallfassade und ein Zaun, der nicht hoch ist, aber bösartig aussieht. Elektronische Glubschaugen neben der Klingel am Zaun; keine Menschenseele. Die Konsularabteilung hat seit vier Stunden geschlossen. Es gibt einen eigenen Eingang für Visaangelegenheiten, die Tür, eine riesenhafte, schlüssellochförmige Star-Trek-Anlage, schließt luftdicht und ist auch in die Fassade nur etwa einen Zentimeter zurückversetzt. Wenn sie schon könnten, würden sie Türen bauen, die man überhaupt nicht bemerkt, wenn sie geschlossen sind.

Wo der Haupteingang der eigentlichen Botschaft ist, kann ich durch den Zaun nicht erkennen. Auf der anderen Seite des vollkommen leeren, weißen Vorplatzes, wo eine Art Pavillon vor das Haus gebaut ist und wo bei einem Hotel also der Eingang wäre, gibt es nur blinde Glasscheiben. Eine junge Chinesin klingelt, das Plastikauge summt, eine kleine Tür im Zaun öffnet sich. Mit drei schnellen Schritten könnte ich mit drin sein, auf dem glatten chinesischen Vorplatz. Ganz schlechte Idee.

Zurück, beschließe ich, zu Fuß. Auf der Jannowitzbrücke, wo gebaut wird, überlege ich, ob es das Golden Gate wohl noch gibt. Verdammtes Kampfjahr 2006. Aber irgendeine Entschuldigung hat man ja immer. Ich überlege, ob ich bei der nächsten Gelegenheit vielleicht doch schreibe: „Lebt in Berlin und schreibt an seinem ersten Roman“. Und ob so ein Satz wirklich bereits genug gebrochen wäre durch Ballast und Lüge, oder ob man in dieser Welt trotzdem noch einen begrifflichen Dampfhammer nachschicken müsste, wie ich das gewohnheitsmäßig mache. Überlege, die Dampfhämmer und Klarstellungen zwischen den letzten zwei Punkten ab sofort als Berufskrankheit zu behandeln und abzuschaffen.

Östlich vom Alexanderplatz wird gebaut, und zwar ein auch so ausgewiesenes Investitionsvorhaben. Der westlichste Teil des Gebäudes hat schon Fassade, Kassetten in leuchtrotem grobem Sandstein, mit dick und halbrund überkragendem Dach. Brut-Korinthianismus. Eine Palmendach-Reminiszenz in mannsdicken leuchtroten Bögen. So etwas könnte man in 400 Tonnen leichter am Mittelmeer bauen. Hätte man können, vor 20 Jahren. Aus der Mitte jeder Fassadenkassette hängt ein Kabel. Dort schrauben sie dann das Nordsee-Schild an. Die letzte Offenbarung wird die Weihnachtsdekoration 2007 sein.

Auf der Baustelle wird gearbeitet, Rohre scheppern in einen Container, ein mobiler Kran streckt sich nach dem Dach. Männer in gelben Helmen deuten auf Gebäudeteile. (Ich würde gern dazugehören.) Über einem der S-Bahn-Bögen steht Kantine. Na, ob das klappt, denke ich, keine gute Idee, wo es doch schon die Alte Kantine in der Kulturbrauerei gibt, dann bemerke ich den Irrtum.

Ein kurzer Ballard-Moment: Es gibt keinen Fußweg hier, nur sinnloses Gebrause, oben die S-Bahn, vor mir die Wagen.

Ein gut erhaltener kantiger Audi 100 wie man sie kaum noch sieht, mit dunkelrotem Lack, den man sonst überhaupt nirgendwo mehr sieht, alles sehr gepflegt. Der grobe schwarzweiße Webstoff der Nackenstützen. Brechreiz beim Gedanken an den Geruch in der Fahrgastzelle. Sich ausweitender Ekel beim Gedanken an den Geruch in Autos überhaupt. Da brausen sie hin, your own personal Gasballon.

Auf dem Weg immer wieder Schilder: „Business-Lunch II 7,80 Euro. Ein alkoholfreies Getränk incl.“ Business-Lunch. Alexanderplatz, Business-Lunch.

[Nachtrag am Tag darauf: Von wegen Sandstein. Rotgefärbter Beton.]

Link | 27. November 2006, 17 Uhr 42


Seit ich weiß, daß gmx meine Mails grundsätzlich als Spam behandelt, hat das Mailschreiben an Menschen bei gmx eine neue Qualität, ja, die Menschen bei gmx selbst haben sich verändert: Sie leben in einem Schloß, dessen Türwächter totale Willkür walten lassen. gmx-Menschen bewohnen jetzt ein anderes, verdrehtes Internet, eins, in das ich nur zufällig noch vordringen kann und in dem Nichtkommunikation möglich ist: Sogar ihr Schweigen ist als solches nicht mehr lesbar.

[Auf meine grimmigen Mails an GMX selbst, in denen ich die Ursache für die Behandlung zu erfahren suche, kommen keine Antworten.]

Link | 24. November 2006, 11 Uhr 57 | Kommentare (2)


„The Scholar Ship ist ein neues Studienkonzept, das auf einmalige Weise ein anspruchsvolles Universitätsstudium mit einer Weltreise auf einem Kreuzfahrtschiff vereint. Internationalität und interkulturelle Kompetenz werden auf diesem einzigartigen schwimmenden Campus nicht nur studiert, sondern im Alltag und mehreren Landgängen erlebt.
Ein Konsortium weltweit führender Universitäten ist für die akademische Qualität und Akreditierung des Lehrangebots auf The Scholar Ship verantwortlich.
Am 5. September 2007 verlässt The Scholar Ship den Hafen von Athen zu seiner Jungfernfahrt.
Zugangsvorraussetzungen und weitere Einzelheiten finden Sie unter:

www.TheScholarShip.com

Link | 24. November 2006, 11 Uhr 07


Die konzentrierte, ressentimentberstend bratschselig totale Einfalt der Kulturzeit.

Link | 22. November 2006, 0 Uhr 12


Focus-Popunder: Benimm und Stil – Die 99 wichtigsten Regeln.

Link | 21. November 2006, 14 Uhr 12


Übrigens stelle ich inzwischen, gegen meine Erziehung, Flaschen auf die Straße. Guten Gewissens. Man kann sich anders ja nicht wehren gegen den Anblick der Menschen, die in Mülleimern wühlen.

[In vollem Bewusstsein der Schäbigkeit]

Link | 21. November 2006, 13 Uhr 47


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