Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

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Link | 16. November 2006, 10 Uhr 33 | Kommentare (3)


Argumente für’s Fernsehen. Kann man so niedlich sein?

Andererseits will ich ja auch immer gehorchen, wenn Darshini David Do stay with the BBC! sagt.

Falls Sie jetzt denken: Was ist denn mit dem los? Dann antworte ich Ihnen: Jawohl. Von den Damen Chassaing und David abgesehen, von welchen Charme-Ressourcen soll ich schon zehren? Draußen tobt das Leben und mir bleiben nur der Schirm & die Larmoyanz derer, die selbstgewählte Schicksale beklagen.

In zwei Wochen können Sie das Ergebnis meines fanatischen Schaffens dann downloaden, eine astreine 0.1: Kaum eine Andeutung davon, was es mal können soll, aber immerhin respektabel. Und umsonst!

Jungen Menschen kann ich, bei dieser Gelegenheit, nur eines raten: Lernt um Gottes Willen nichts Vernünftiges. Die Verlockung, hinterher was mit den unseligen Fähigkeiten anzufangen, ist viel zu groß. Es ist immer einfacher, wenn man nichts kann, dann kann man sich seelenruhig um das kümmern, was man mag.

[Minusvisionen & Sonnenuntergänge in Technicolor]

Link | 16. November 2006, 1 Uhr 36 | Kommentare (1)


Wie lange das wohl noch gehen wird: Daß der Widerstand eine Sache für Indiemedia-Schwachmaten und Zwanzigjährige ist?
Wir dagegen aalen uns in Sarkasmus, Powerpoint-Karaoke und gutem Kaffee. Dabei genügte es ja aufzuhören daran zu glauben, daß alle daran glauben, daß es keinen Gestaltungsraum für den Willen gibt. Tatsächlich: Gar nicht zu sagen, ob jemals zuvor der Gedanke der Gesetzmäßigkeit der Geschichte mächtiger gewesen ist als gerade jetzt.

Verschwendung.
Verschwendung!
VERSCHWENDUNG!
VERSCHWENDUNG!
verschwendung!

Link | 15. November 2006, 4 Uhr 19 | Kommentare (4)


Der sicher interessanteste Effekt bei Marie Antoinette ist, daß Stunden nach dem Verlassen des Kinos das sichere Gefühl aufkommt, ein schmutziges Geheimnis mit der Hauptdarstellerin zu teilen.

[Und wie ich die Parkansichten trank und das Boot und die Gräser]

Link | 15. November 2006, 4 Uhr 02


Eine Stimmung wie Gaslaternen und Paravents.

Link | 14. November 2006, 15 Uhr 46


Die Bedeutung von Bands wie Korn oder Papa Roach oder Linkin Park erschließt sich mir wirklich erst, seit ich einen Freejazzfreak-Nachbarn habe. Wenn ich einen Vater gehabt hätte, der rund um die Uhr diesen prätentiösen stinkstupiden pseudo-außergewöhnlichen Auswurf gehört hätte, heiliges Kanonenrohr, außer Numetalgeschredder hilft ja wirklich nichts gegen sowas.

Grade Linkin Park macht mir in seiner gradlinig sechzehnjährigen Scheißegalrumrockerei wieder Spaß gegen das so dermaßen aufdringliche Geschmacksgewichse hinter dieser Wand.

Es sind Tage, da ich die Terroranschläge der antisowjetischen Krachkampfkirche begrüße wie eine Erlösung.

[Haß]

Link | 10. November 2006, 14 Uhr 10


Seit ich den Gründer der Firma AVIRA live erleben durfte, ist mir einiges klar geworden über diese Werbung, die mein Antivirenprogramm nach den täglichen Updates anzeigt.

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It’s not nihilism, after all; it’s falling in love with totally weird shit: The Politics of Enthusiasm. Wie fern hier in Berlin die Gegenwart ist, wie behäbig eingerichtet immer noch. Wie abgehängt wir in den Provinzen des Reiches sind.

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In Ottobrunn gibt es Ballardschen Raum, Satelliten-Uplinks, Zäune, stoibergeweiht bayrische Staatsindustrie-Architektur, aber das alles wird von Pädagogik-Absolventen benutzt, jungen Familienvätern, netten harmlosen Vollbroten, die dann Weichzielsimulationen von Riots in bosnischen Städten vorführen. Dazu satanische, adlige Old-Economy-Falken. Die Macht ist unverkennbar anwesend, die Bedrohung fast manifest, aber ein ballardsches Leuchten der Realität stellt sich durchaus nicht ein in Ottobrunn.

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In Sophia-Antipolis war ich noch nie, es interessiert mich aber sehr. Nicht als Tourist dürfte man hinfahren, erst als Teil der Maschine, erster Klasse, wäre es interessant.

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Mark Thatcher!

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Tim Spicer!

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Teil der corporate-Kultur zu werden lohnt natürlich nur, wenn man weiß, was man da tut. Das Dämonische lebt in den hellen leeren Gängen, daran ist kein Zweifel, aber man muß die Fähigkeit behalten, ein dämonisches Sushi von einem nahrhaften zu unterscheiden, auch wenn man zehn Jahre nur wartet und alles bleibt banal und nur-nahrhaft: Ein CCTV aus Fleisch werden, den Spieß umdrehen, Terrorist der Wahrnehmung, Schläfer des alten Europa werden.

Link | 10. November 2006, 0 Uhr 49 | Kommentare (1)


Blind schien der Spiegel in der mächtigen Messingfassung und nur vom Rand her dämmerte ihm Wahrheit: Daß es heiß und feucht war und F., frisch aus der freistehenden Wanne emporgetaucht, dampfend in der Mitte des Raumes balancierte, um sich langsam und gründlich mit einem Frottéetuch abzureiben. Kleine Schwaden wirbelten vor dem Handtuch auf, und erst als das dickbeschlagene Fenster, endlich aufgestoßen, den Blick freigab über den winzigen Park und den See im Tal, entwichen sie aufgeschreckt und gaben Raum für morgenkühle Tannendüfte. Eine Elster sorgte sich wegen des Fensters und knatterte; für einen Moment blitzte sie auf zwischen den Wipfeln der tiefer am Hang stehenden Tannen. Unter den Ästen dort dem Blick fast entzogen: Schwarzer Lack und Chrom des Automobils, das für diesen Ausflug dem Onkel vom Bodensee abgeschwatzt worden war und sich auf den schwindligen Alpenstraßen dem leuchtenden Leichtsinn des ganzen Unternehmens durchaus gewogen gezeigt hatte.

[nucleus]

Link | 9. November 2006, 2 Uhr 35


Das Maul halten oder Cioran werden.

Link | 8. November 2006, 15 Uhr 16


Der Präturbokapitalistische Liebreiz von genialen Produktnamen wie „Brölio“: Ostalgie für Wessis.

Mein Verhältnis zur Universität verschlechtert sich rapide, seit ich es wage, auf Nachfrage zuzugeben, daß mir nicht nach Promotion zumute ist. Es ist ein Affront. Und Grund für einen Verdacht: Vielleicht tut der bloß so schlau und es würde ihm auch einfach keiner einen Doktor geben; er hat einfach versagt und schützt jetzt sein großes Ego.

Witzigerweise klagen dieselben Leute, bei denen ich dieses irritierte Stirnrunzeln sehe, selbst permanent über die Zustände. Der Unterschied ist offenbar in der Bewertung. Diese Leute haben Auftrag (immer eine Form der Verzweiflung), ich nur einfach Interesse. Ihre Empörung darüber, daß die Welt ihnen Wertschätzung und zunehmend auch den bequemen Lebensstil der Akademiker versagen will, weitet sich gewissermaßen auf mich aus, weil ich mir erlaube, zu stolz zu sein, um noch einmal zwanzig Jahre kleine Demütigungen durch übermächtige Oberakademiker einerseits und eine vollkommen ignorante Wissenschaftspolitik andererseits zu ertragen. Ich begehe damit eine Frechheit gegenüber Menschen, die an ihre Macht und die Wichtigkeit ihres Tuns glauben. Sich da zu entziehen ist dreist. Schon bemerke ich, wie sie anfangen, mich nicht ernst zu nehmen. Ich bin nicht mehr satisfaktionsfähig. Ich spreche als so ein Würstchen, das ernsthaft daran denkt, sich aufs Geldverdienen einzulassen. Ein Parvenu, eigentlich ein Hochstapler, der den Jargon der Wissenschaft entweiht: Sie werfen mir ihre eigene wachsende Bitterkeit vor, die sie sich vor mir nicht eingestehen wollen und die ich mir selbst nicht antun will; es ist schon jetzt schlimm genug, es muß aufhören.

[Übrigens habe ich es gründlich satt, über die Frage nach dem Egoschutz nachzudenken: Meine Güte, es gibt keine Kriterien dafür, was in so einer Quatschwissenschaft wie der Philosophie gute Arbeit ist und was nicht. Es sitzen Professoren auf Professuren, die auf wissenschaftstheoretische Argumentationen damit antworten, daß man mit naturwissenschaftlichen Modellen die „energetischen Prozesse“ im Universum unmöglich beschreiben könne — und es gibt keine Verbindlichkeiten, die man als Hebel benutzen könnte, um ihnen nachzuweisen, daß sie da bloß Grütze im Hirn haben. Keine. De facto sind alle Bewertungen in der Philosophie sozial, und das geht mir nicht auf den Wecker, weil es so ist, oder wegen schlechter Bewertungen (die es nicht gegeben hat), sondern weil es einfach ein unerträglicher doublethink-Irrsinn ist, so tun zu müssen, als sei es anders. Was mir wirklich übel genommen wurde in der Magisterarbeit war, daß ich gezwinkert habe an einigen Stellen.

[Und wie sie dann in den Gutachten schreiben: Der hat gezwinkert. Man darf in Graudierungsarbeiten nicht zwinkern, das müsste er doch gelernt haben, hat er nichts gelernt? Eine einzige Lektion gab es zu lernen (Was wir machen ist wichtig und alternativlos), und die glaubt er, ignorieren zu dürfen? Für wen hält er sich? — Ich sage ja, es ist der reine Irrsinn.]]

Einen, der einen Blaumann trug und etwas jünger war als ich, beneidete ich: Er sah aus als würde er sich gleich am Kiosk die Gamestar kaufen und heute Abend mit zwei Kumpels eine Runde daddeln. Feierabend, dachte ich, Mensch: Feierabend!

Eine, die etwas planlos in ihren Stiefeln stand, gefiel mir gut; auch weil sie so schwer einzuschätzen war. Sah aus wie eine, die auch kein Essen mit mehr als zwei Komponenten selbst zubereiten würde im Alltag; und als habe sie Chipstüten unterm Bett und überall kleine Kleiderhaufen herumliegen, die vielleicht mal gewaschen werden müssten: So eine zarte Rockerin, eine, die auch mal mitschubst, aber am Ende doch nichts mit einem Bikertier anfangen würde; also die Bodycount-T-Shirt-Sorte. Diese Projektionen schon wieder.

Link | 8. November 2006, 14 Uhr 11


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