Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Meine aktuelle Wohnung ist so wenig teuer, daß ich es mir werde leisten können, sie zu behalten, wenn ich umziehe.

Wie in den Träumen, in denen man einen Schlüssel bei sich findet, und sich dann vorarbeitet zur Erinnerung an eine vergessene Wohnung, die man aufsucht und wo man ein vollständiges, aber verlassenes und dysfunktionales Leben vorfindet, werde ich nur ab und zu herkommen einzig um hier, an dieser Stelle, zu sitzen und aus dem Fenster zu sehen.

Ich werde die Möbel hierlassen, die Teppiche natürlich, und Technik, die ich nicht mehr benutze: Eine Gelegenheit, es zuzugeben.
Prinzip: Niemals verleihe ich die Wohnung für Seitensprünge. Niemals fliehe ich hierher vor einer Frau. Die Wohnung muß nutzlos am Rande des Bewusstseins bleiben, eine irrationale und leicht bedrohliche Tatsachen-Möglichkeit.

Es wird ein interessantes Experiment sein, zurückzukommen. Vielbeschäftigt, in einer Stadt, in der ich ohnehin, vielleicht nur eine Ecke weiter, wohnen werde, wird es für mich keine Gründe geben, oft gerade hierher zu kommen. Drei, viermal im Jahr, denke ich, werde ich hier sein, höchstens, immer fremder wird mir selbst die Idee vorkommen, die Wohnung zu halten. Ob ich vernünftig werde und den lastenden Ort nicht länger ertrage? Oder gierig? (Denn so billig sie ist — ein Gadget mehr im Monat oder ein schöner Pullover ist es allemal.) Oder ich behalte die schäbigen Räume für immer, sage nie ein Wort, erdulde die zweifellos irgendwann anstehende Modernisierung stoisch, sterbe und hinterlasse einen rätselhaften Schlüssel, man findet die Tür dazu, die Wohnung schweigt; das wäre nach meinem Geschmack.

[Hören Sie mich manchmal mit verstellter Stimme sprechen?]

Link | 28. Februar 2007, 1 Uhr 36 | Kommentare (4)


Linie 3
Linie 9

[one day you’ll // return to // …]

Link | 27. Februar 2007, 0 Uhr 46 | Kommentare (1)


Ein Leben ohne Gegenstände

Link | 27. Februar 2007, 0 Uhr 40


Trübes Licht, von oben, aus der Mitte des Raumes.
Bettwäsche ohne Bettzeug leicht klamm.
Reflexe auf den Resten von Lack an der Rundung des Schaukelstuhls.
Eine Schranktür vor dem Schrank, angelehnt.
Drei Schrauben und ein Scharnier auf dem Fußboden davor.
(Kaum über dreißig mal schwingt der Bass an pro Minute.)
In der Scheibe, neben dem staubigen Tier: Spiegelbild vor Schwarz und Rollo.
Ein Teppich, wie man ihn ausmustert, wenn ihn die anderen ausmustern.
Mitbringsel, die nicht wertig genug sind für Zurschaustellung.
Reflexe auf Furnier.
Und viel zu wichtig, um sie wegzuwerfen.
Klamm.
Der Strahler (nur eine von vier halbverchromten Birnen leuchtet) ist schwarz und aus der Zukunft.
Strahlern fiel das immer leicht.
(Eine gestreichelte Snare?)
Die Komplexität des Lichts in der Ecke mit den Rollen.
Eine Monitorkiste ohne Monitor drin.
Weiche, leicht eingerissene Pappe.
Ein runder Monitor auf dem Tisch, schlaff hängt ihm ein Kaltgerätekabel ins Gesicht.
Der Lichtpunkt oben rechts.
Das zweite Spiegelbild.
Eine Rasur könnte helfen. Besseres Licht.
Eine Erinnerung an einen überheizten Raum und ein fremdartiges Prospekt.
Ein Massagegerät. Man muß Busreisen machen, um an so eins zu kommen.
Die Leinwand für Dias, ein aufregender Gegenstand, aufgerollt.
Das trockene, rauchige, duftend tiefe Schwarz von Qualität.
Eloxiertes Metall. Gedreht.
Kompliziertes Licht darauf und Staub.

Link | 27. Februar 2007, 0 Uhr 33


Das Amazon-Adressverzeichnis.

[Subtile Seelenkartographie]

Link | 26. Februar 2007, 16 Uhr 02


Mondlicht.

[jaja!]

Link | 24. Februar 2007, 23 Uhr 20


Die Synchronizitäten häuften sich wie die Gewissheiten. Eine vollkommene Ruhe kam über mich, daß alles, was geschehen würde, vom Universum selbst gewollt wäre. Auf den matten Badezimmerscheiben verschmolzen die orange brennenden Atmosphären der schon kalten Herbstnachmittage draußen mit dem Glück von drinnen, wenn ich duschend in der schäbigen Wanne kauerte und in die Welt hinein lauschte, was sie bereithielte für mich.

[Das gibt es, das alles gibt es]

Link | 24. Februar 2007, 20 Uhr 35


Manierismen, Manierismen.

Link | 24. Februar 2007, 20 Uhr 17


Als ich zum ersten Mal Visitenkarten für mich druckte (es ziert, das einmal selbst gemacht zu haben, nicht wahr?), stellte ich neben den offiziellen Kärtchen mit Logo und Faxnummer noch eine zweite Sorte in privater Typographie her, auf denen nur mein Name stand und eine Telefonnummer.

Ich weiß nicht genau, was ich mir dabei gedacht habe, denn seither habe ich selbstverständlich keins dieser Kärtchen je fortgegeben. Vermutlich bereitete ich mich unbewusst auf den Tag vor, an dem Gehalt und Groll ausreichen würden, um einem hupenden Automobilisten ansatzlos eine satte Delle in sein lachhaft teures Blech zu treten. Und ihm dann wortlos meine Privat-Karte zu überreichen, bevor er auch nur wüsste, wie ihm geschähe.

(Eine technische Lösung des Problems — bei per GPS feststellbarer Bewegung im bewohnten Stadtraum führt die Betätigung des Hupschalters zu Geblök in der Fahrgastzelle, nicht außerhalb — scheint politisch derzeit nicht durchsetzbar.)

Link | 24. Februar 2007, 20 Uhr 15


Oft denkt man sich ja: Wie hätte ich bestehen können, ohne das schon gelesen zu haben? Es ist doch ein fürchterliches Ungleichgewicht, daß Menschen auf der Erde sind, die das bei sich tragen, und sie begegnen einem auch — wie soll man ihnen gewachsen sein, ohne all das verstanden zu haben?

Link | 24. Februar 2007, 17 Uhr 26


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