Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Zwei Dinge zu Klagenfurt.

Erstens. Viel interessanter als die Texte finde ich ja Andrea Dieners sich jährlich steigernden Haß auf Iris Radisch. Der ist wirklich unterhaltsam.

Zweitens. Wenn PeterLicht gewinnt, beantrage ich Titelschutz für den Ausdruck Selbstabschaffung der Literatur im Geplapper gescheiter Leute.

[Was für ein fürchterlicher Flausch dauernd okay-sagender Zuckerwatte. Ja graust es denn niemandem mehr vor der Leere? Leute, lest den mal in einer ruhigen Minute und ohne Klagenfurt drumrum. Oder erklärt mir dieses fröhliche Geschwätz. Worum geht es da?]

[Nachtrag: Ich mag die Musik von PeterLicht übrigens ganz gern, sie ist tatsächlich hell. Dreieinhalb Minuten Popmusik, das ist die Form für Fluff und Sonnendeck und Safarinachmittage. Aber Ein Sofa von hoher Qualität mit einem dementsprechend exzellenten Sitzkomfort, der mich dazu neigen ließ, meine Sitzposition ein wenig schon ins Sich-Neigende zu verlagern, daß ich also ganz angenehm so halb saß, halb lag. Ein Sitzkomfort lässt ihn dazu neigen, seine Sitzposition ins Sich-Neigende zu verlagern? Auch noch zu verlagern? Was soll das alles? Ich verlagere meine Meinungsposition ins Sich-Ärgernde. Das ist nicht charmant falsch, das ist falsch. Oder viel zu viel und zu aufgerüscht und zu eitel, als sei die Sprache etwas, das schnell auf- und alles zuquellen muß, damit die Langeweile nicht auffällt.]

Link | 30. Juni 2007, 17 Uhr 52


Neun Welten zu füllen sind genug Geschichten vorbei.

[Wind]

Link | 26. Juni 2007, 23 Uhr 18


Der Parkplatz hinter der Universität einer fremden Stadt, wo ein altes dunkelblaues Auto steht. Ein Schild (Parkplatz) ist befestigt an einer blatternarbig weißen Stange, die aus der Senkrechten weicht, wenn man sich dem Fahrzeug nähert. Auf dem Rücksitz: Ein aufgefächerter Stapel Papier, die Kopie eines dritten Kapitels. Drei große Steine verhindern die Durchfahrt auf einen Wirtschaftsweg, der weiter hinten von einem Wald verschluckt wird. Man ahnt dort eine rostige Schranke.

Der Platz ist mit Knochensteinen gepflastert, längst dunkelgrau, mit feiner umlaufender Mooslinie jeder. Rissiger Staub in den Kuhlen, wo Pfützen sind, wenn es geregnet hat. Gebäude: Funktional, mit Ambition, unter Budgetzwängen. Beton/Glas-Kombinationen, die sich um Lockerung bemühen. Reihen gleich großer Büros für die Doktoranden, in einem Haus: Labors. Außen zwei Tanks mit Rohren. Unbeachtete Stahlregale und Bücher, ein Kaffee/Tomatensuppenautomat, gerade noch zu erkennen am Ende des Gangs. Ein Stuhl aus dünnen Stahlrohren vor einer Tür, ockerfarbener Stoff, schlaffe Polsterung.

[Das Lied schläft in der Maschine]

Link | 24. Juni 2007, 23 Uhr 10


Es ist nicht so, daß ich keinen Ekel empfände vor den Spielen der Eitelkeiten, der Ambitionen und der Macht, im Gegenteil; nur weigere ich mich, sie kurzerhand zu leugnen, weil sie mir unangenehm sind. Nur ein bewusster und souveränder Umgang macht sie erträglich. Wo immer Kompetitivität unvermeidlich ist, herrscht ohne den Geist der Sportlichkeit einfach nur Krieg.

Vermeiden kann man diese Zwänge nicht als tätiger Mensch in Gesellschaft, weg von ihnen führt nur der Weg in die Einsamkeit, diese ewige Lockung: Die Erinnerung an eine morsche Pforte unter nassen Bäumen und zwei steinerne Falken zur Wacht. Bewusste Einsamkeit ist eine Brutalität, eine Unmenschlichkeit und eine Form der Kultur, zumal sie, in glücklichen Fällen und unter Aufbietung aller Kräfte, teilbar ist.

Link | 24. Juni 2007, 14 Uhr 54


Aaah!

[Ach! Oh! Ach!]

Link | 24. Juni 2007, 12 Uhr 33


Oha. [#]

[Spätestens jetzt: Zeit für eine Kulturgeschichte des spukigen Riesenhasen. Oder man stelle sich vor, das ginge so weiter: Bunnycore, eine hasenkostümtragende Subkultur, Emo mit richtig Angst und Parole Seltsamkeit, das Lynch/Donnie-Darko-Nachbeben im kollektiven Unbewussten. Eine die erste Hälfte der 10er Jahre bestimmende Welle psychedelischer Elektro-Melodien, die nur mit verschwitzten Haaren in muffigen Hasenmasken den charakteristischen Klang erreichen. Die Wiederentdeckung einer passenden, halbharmlosen Naturdroge tut ihr Werk. Kleingruppenweise ziehen die sanfteren unter den amerikanischen Jugendlichen in Kostümen in die nächtlichen Wälder. Beunruhigende Videos, blutige Schlappohren, besudelte Felle, die Regierung ratlos.]

[Nachtrag, 4 Stunden später: told you so]

Link | 23. Juni 2007, 16 Uhr 00 | Kommentare (2)


and I’m slowly!
turning!
into you

Link | 23. Juni 2007, 15 Uhr 36


wir sind offene personen
die durchziehenden heere nehmen, was sie brauchen
und schonen die mäuer
symphonic folk doom metal zum beispiel
zieht durch und nimmt was er braucht
stadtexistenzen, was bleibt uns schon

[irgendwo draußen
vor den toren der stadt
wird es still sein]

Link | 23. Juni 2007, 2 Uhr 38


Icky Thump rumpelt & walzt & blottert & quietscht, es ist die helle Freude, eine dreckige Sauerei von einer Platte.

[Zuverlässigkeit, Lässigkeit]

Link | 23. Juni 2007, 1 Uhr 30


das ist lustig, ich glaube, über Nacht hat sich Ariadne in einen Alten verwandelt, oder lese ich Ariadne schon in Texte hinein jetzt?

— ich hatte ja tatsächlich gedacht: Diee Ariadne ist sicher eine fürchterliche Alte, die immer noch ein glattes Gesicht hat, obwohl sie fünfzig ist, und blonde Haare, die erst in einigem Abstand vom Kopf anfangen, sich nach unten zu biegen, wie manchmal bei den CNN-Frauen, aber das stimmt alles nicht, Ariadne ist jung und sieht sehr gut aus, ich habe ein Foto auf den Webseiten der Kiezbuchhandlung Buchbox gesehen. (Die Buchbox, nach eigenen Angaben im Prenzlberg, in Wirklickeit auf der Danziger, hat eine stw-Grabbelkiste, weswegen sie mir auffiel. Buchhändlerisch interessant: Eine quietschige junge Konzeptbuchhandlung mit stw-Grabbelkiste, mit Buchhändlern ist es doch ein wenig wie mit Friseuren.)

Jedenfalls wird eine Frau, die so aussieht wie Ariadne und vom Tanz um die Lust schreibt, selbstverständlich viele Bücher verkaufen; das ist einfach. Sex und Intelligenz, eine Verbindung, die lockt wie nichts sonst, kurz, natürlich kaufe ich das noch, ich lese das, Sie hören von mir.

Link | 20. Juni 2007, 9 Uhr 39 | Kommentare (6)


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