Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

kein tag, kein abend vergeht, keine stunde der kontemplation: so viel ist jedenfalls sicher

Link | 21. Juli 2007, 21 Uhr 37


Ah, da ist vielleicht ein Leben drin gleich von Anfang an, in dem bunten Band von 1911, der auch noch so hübsch nach altem Papier riecht, das laß ich mir gefallen.

[pulp fiction]

Link | 20. Juli 2007, 19 Uhr 16


Ha! Da ist sie! Die lachende Fürstin der freien Zeit!

[Wer hätte gedacht, daß ich mir das nochmal kaufen würde?]

[Verzeiht, mein Biograph!]

Link | 20. Juli 2007, 18 Uhr 16


Ich begrüße die unerträglich heißen Tage als Qualtage, wie ich die Herbsttage als Glückstage ersehne; das ist Weisheit des Alters: Quälerei und Glück gleichermaßen zu begrüßen, das Glück als unverdient, aber unmittelbar, die Qual als Ausdruck tiefer Gerechtigkeit.

*

Eine Beschwingtheit plötzlich, leichtfüßig die Rolltreppe trommelnd; ein Modus für Flughäfen und weiche Pullover; mit ausgestrecktem Finger auf zufällige Menschen deutenwollend (Verbindlichst: Du!) — und unversehens so viel besser aussehen als alle, und so viel heimischer im Leben sein als alle; ich bin’s, ich kann eine Treppe runtergehen, da wirst Du blaß, und meine Schuhe singen ein Lied mit dem Hemd; mach nach oder freu Dich mit mir an mir. Bis zum Eingang der U-Bahn hält die Ahnung, dann schluckt mich Berlin wieder runter.

[Tempofragen, Trägheitsfragen, überhaupt Trägheit: Die Strategie der Endlichkeitsmißachtung]

Link | 18. Juli 2007, 22 Uhr 53 | Kommentare (1)


Die leeren weißgekachelten Hallen der Rationalität; Maschinenräume; leblose Staffage: Bäume und Festzelt; die Kegel mit Gesichtern; die spukhaft brutale Formenwelt der frühen 80er Jahre.

Hebebühne, Start 100, Start 200, Motor + Getriebe, Elektromechanik, Pneumatik. Katalog 1981, Programm 1981.

[Maschinenphantasma + Abgrund]

Link | 15. Juli 2007, 16 Uhr 18 | Kommentare (2)


Eine dichte Reihe von Bäumen, die die Ebene vom Himmel trennt; von jenseits dünner weißer Rauch über der fast regelmäßigen Linie der Kronen.

Link | 15. Juli 2007, 12 Uhr 51


Gewänder, Florette, Perücken, Verbeugungen und Prozessionen, so sehr waren sie Teil unserer geistigen Substanz. Doch wer ist »wir«? Der Strahl, mehr nicht, im Brunnen des verlassenen Parks, beschwingtes Wasser, das nur schwer noch aufsteigt bei seinem traurigen Versuch zu fliegen. (Pessoa, Buch der Unruhe)

[Erbe]

Link | 14. Juli 2007, 16 Uhr 17


Der getragene wir-Ton, ein paar Postings gebe ich ihm noch, viel mehr nicht.

Link | 13. Juli 2007, 21 Uhr 25


Das Zeichensystem einer Liebe ist die Gesamtheit der Möglichkeiten der Welt, auf diese Liebe zu verweisen. Dazu gehören, zugegeben, Gegenstände, also Geschenke und die liegengebliebenen Kleinigkeiten, the letters I could not bear to read, natürlich Musik und Bücher. Und doch gehören die Gegenstände nur mittelbar dazu, weil sie selbst Metazeichen sind, die auf einen nebelhaften Raum zwischen uns und der Welt zeigen, ein Reich der eigentlichen Zeichen einer Liebe: Die rauschhaften Ahnungen von Wir-wissen-nicht-was und die zufälligen Konstellationen von Körperempfindungen, Lichtstimmungen und geistesgeschichtlichen Fragmenten, die jene magische Gewissheit bilden, daß alles gut sein muß, weil bewiesen ist, daß alles gut sein kann.

Link | 13. Juli 2007, 19 Uhr 52


Am Ende flüstert uns selbst das Wetter von fernen Städten, in denen wir leben könnten. Dabei leben wir doch in einer Stadt, unser Bedarf an Städten sollte gedeckt sein, man kann doch nur eine gebrauchen. Fahren wir hin, in die fremden Städte, und besuchen das Leben der Menschen dort, erscheint es uns schön und reizvoll nicht weil es fremd ist, sondern weil wir schon die Geschichten formulieren, die wir zu Hause erzählen werden, anderen, zu hastig oder am Telefon, oder nur uns selbst, weil es pointenlose oder rührselige oder eitle Geschichten wären. Wir formulieren auf den Stufen des Doms oder im Dreilicht hoher Fenster mit alttestamentarisch grimmigen Bildern, am Fuße des Tafelberges oder auf der Uferbefestigung des Flusses, über den ein frischer Hauch vom Atlantik weht, wir sind dort, um uns zu erinnern, weil die Erinnerung uns die Chance geben wird, eine Zeit erlebt zu haben, die größer ist als die Zeit irgendeiner wirklichen Stadt.

Link | 13. Juli 2007, 19 Uhr 51


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