Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Zum Beispiel das Hotel Estonia, wo dunkelgrauer Teppichboden liegt: Dort mietet man sich ein, trägt den Koffer aufs Zimmer (platziert das Buch auf dem Kopfkissen um zu sagen: Hier wird es weitergehen mit der Tagnachtkette) und geht nochmal raus, zwei Stunden verbringen mit der Betrachtung von Auslagen, Leuchtdioden-Open-schildern, Puppen mit großen Augen, tanzenden Coladosen. Beispielsweise könnte man danach zu einem Kongress gehen, auf dem viel gebetet würde und daran geglaubt, daß sich das Böse aus Wasser herausschütteln lässt. Es könnte Ende Februar sein, matschig, aber schon verheißungsvoll, die Stadt wäre fremd. Unterwegs könnte man am Kiosk etwas kaufen, sagen wir: PM.

Das wäre sicher eine Möglichkeit, nachdrücklich etwas vollkommen irrationales, aber unschädliches zu tun. (Selbstverständlich beginnt das Irrationale mit einem billigen Hotel, jeder weiß das.)

Link | 15. Dezember 2007, 2 Uhr 34


my list of things that quicken the heart

[and there will be emus in the ‚zone‘]

Link | 14. Dezember 2007, 1 Uhr 15


Eine elektronische Orgel. Ein Kopfhörer, der nur im Spiegel sichtbar ist. Bücher, recht junge Leitzordner, eine kleine Pappkiste: Regalbewohner. Ein Stativ, dreifuß, aufgestellt. Ein weißlackiertes Beistelltischchen mit vier geschwungenen Beinen. Darauf: Eine Kamera, separat ein zweites Objektiv und ein zugeklapptes Reiseschach. Außerdem ein großes Schachbrett aus Holz, darauf ein kleineres Brett, vermutlich ein Automat. Der hölzerne weiße a-Turm ist verrutscht, auf dem kleinen Brett sind vier Züge einer spanischen Partie gespielt. Auf den Armaturen des Automaten liegt eine gefaltete Zeitung, der Teil unter dem Bruch ist zu sehen, darauf in großen Antiqua-Lettern das Wort „Bildung“. Die Type bekomme ich nicht heraus, dabei ist es vermutlich einfach, charakteristisches dreistöckiges kleines g, schmale Stege. Ich kenne mich einfach nicht aus. Eine gelb-blaue Papiertüte, ein untätig angelehntes Regalbrett, Eiche. Das alles in einem wohl mitgescannten Polaroid-Rahmen, übertragen als JPG von 85.13.128.131 (dd1628.kasserver.com), vielleicht BSD, web, mail, mysql. Eine Maschinerie der Unbestimmtheit.

Link | 13. Dezember 2007, 4 Uhr 24 | Kommentare (2)


Es gibt genau zwei unabhängige, relevante limitierende Parameter: Nerven und die Kreditlinie.

[Dreck Kälte Schimmel Kohlengeruch Knappheit Abwesenheit Anspannung]

Link | 13. Dezember 2007, 3 Uhr 30


Briefe an Tote (die besonders Abwesenden) zu schreiben hat keinen Sinn. Die Post stellt nicht zu in der Unterwelt, der bekanntlich magere Lohn der Briefträger rechtfertigt keine Übernahme unserer Orphéaden. Kommunikation mit den Toten muß darum subtiler sein, ein Lautenklang hier, dort eine Erinnerung an ein Lied; feine weiße Schleier, die der heiße Wind über den dunklen Fluß wehen kann, leise und unauffällige Signale an die Toten: Wir brauchen euch doch, übertreibt es nicht mit dem Totsein.

Link | 11. Dezember 2007, 10 Uhr 33 | Kommentare (2)


Ein mächtiger unterirdischer Kubus (daß sie doch so viel freien Raum gefunden haben, zwischen Kellern und Kanalisation, Rohrpost und Untergrundbahn, denkst du, aber natürlich haben sie einfach tiefer gegraben.) Wände und Böden aus demselben schwarzem Granit, leer. In der Mitte das Bassin, fast verloren klein, strategisch ein paar Punkte Licht. Und der Wasserfall, in gerader Linie aus der Decke; durch eine quadratische Öffnung stürzen die Wassermassen und donnern durch den leeren Raum, hinein in das Bassin, das sie verschluckt, ohrenbetäubend und vollständig ist der Lärm, nichts existiert in diesem Raum außer dir, dem Schwarz und dem Donner.

[Vergnügen, von denen Zitty nichts weiß]

Link | 8. Dezember 2007, 0 Uhr 51


Google-Referrer: das balkonzimmer was ist daran realistisch.
Ich versuche eine Antwort:

Die Substanz des Lichts.
Die Substanz der Erinnerung an das Licht.
Die Einheit der Substanzen im Begriff der Wärme.

Link | 7. Dezember 2007, 20 Uhr 46 | Kommentare (3)


überhaupt mache man Gebrauch von der Apperzeption

[sylz gurú]

Link | 6. Dezember 2007, 0 Uhr 33


immer noch der idiotische kurze Moment der Hoffnung beim Aufmachen von Skype + die Stadt kann durchwandert werden, die Züge werden da sein, die Brücken, die Schulen, die Lücken, die Bibliotheken, die Feinkostgeschäfte, draußen vor den Toren liegt Potsdam und dort der Park, zu Hause wartet verläßlich Musik, wovor fürchtet ihr euch, Schwachköpfe, was denkt ihr könnte euer Leben noch sein + und unsichtbar über dem Horizont: ein Frühling, den die meisten von uns erleben werden, den Erdgeruch am ersten Nachmittag bei offenem Fenster, die idiotische, aber dann helle, offene, aufregende, kurze Hoffnung beim Aufmachen von Skype, die Silberbäuche der Flugzeuge, die Majestät der Luftschiffe, die Abendkühle auf der Potsdamer Straße + und die zahlreichen Gelegenheiten dieser frühen Dezembertage, mit offenem Mantel um eine Ecke zu gehen

[einfach alles richtig machen]

Link | 6. Dezember 2007, 0 Uhr 23


Wie flach inzwischen Leute bleiben, die nichts machen, nicht von sich schreiben und ihre Bilder nirgends veröffentlichen, manche nennen das Privatsphäre wahren, aber: das ist natürlich leicht gesagt / wenn man sowieso nicht dazugehört — unentwickelte Figuren sind das: wie soll ich jemanden kennen, durch dessen Kamera ich nicht schauen kann und der mir kein Bild seiner Vorliebenwelt entwirft und keine Posen produziert — ach, kleine Ameise — man kann sich gar nicht kennen unter Leuten, die nichts machen, man trifft sich, man mag sich, ja, das ist leicht, das ging schon immer, mehr ist aber nicht.

[Seit Jahren gibt es die Tage, an denen mich der dead flag blues begleitet, den Lebentext wieder und wieder überspricht mit diesen paar Zeilen der Beschwörung, and everything washed in a thin orange haze; heute war so ein Tag. Ich frage mich deshalb: Wie soll man reden mit jemandem, der das nicht kennt, reden oder Gemüse schneiden in der Küche, wie soll das gehen?]

Link | 5. Dezember 2007, 2 Uhr 02 | Kommentare (3)


« Vorherige SeiteNächste Seite »