Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Super Chamissopreisträger, das.

Link | 29. Februar 2008, 23 Uhr 43


Nanu!? My favorite Berliner is from Vienna. (#)

Link | 29. Februar 2008, 0 Uhr 31


Anti-Schwerkraft-Traum gehabt.
Fürchte zu großen Einfluß von Blixa Bargeld.

Link | 23. Februar 2008, 12 Uhr 26


Zeichen zu großer Geschäftigkeit hatten sich eingeschlichen, enorm schnelles Sprechen ohne Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Sprache, eine unduldsame Rücksichtslosigkeit gegenüber den unvorsichtig Unhöflichen und ein nervöses, unsicheres Lachen an den falschen Stellen. Als die Trockenbauer kamen und die Räume übernahmen, machte ich mich davon und ging durch die Stadt, die von düsteren Windstößen hin- und hergebürstet wurde, hinein in das Einkaufszentrum Alexa, dessen bizarre Jenseitigkeit (eine Art übersteigerter Fernseh-Kondition) mich sofort befestigte.

Seltsam und unerklärlich bestürmte mich die Gegenwart und machte mich zum Fremden, der nicht verantwortlich war und sich für alles interessieren durfte; das Mit-sich-selbst-Sein des Fremden veränderte die Oberflächen des Alexa. Vor dem WMF-Laden blieb ich stehen und betrachtete die dort strahlende Helligkeit mit dem vagen Gefühl, daß hier etwas simuliert würde, und der vollkommenen Sicherheit, daß das ein dummes Gefühl war: Gar nichts wurde simuliert, denn es glitzerte wirklich und die versprochene moderne Häuslichkeit würde stattfinden, mit diesen Gabeln würden Menschen Essen in ihre Münder stecken und an schönen Sonntagen würden die Gabeln wieder glitzern, wenn sie aus der Spülmaschine in die Sonne gehoben würden. Es war alles sehr echt, nur mich umgab ein Feld der Unwirklichkeit; ich war in einer Simulationsverdachtsbubble inmitten des vollkommen Einfachen.

Auf der Rückfahrt stieg die selige Mattheit eines Abends in einer Mittelmeerstadt herab auf mich. So trieb ich zwischen den Menschen umher, jederzeit bereit, an eine steinerne Brüstung gelehnt die warme benzinduftende Luft einzuatmen, in einem leichten, endlich trocknenden Hemd, die letzte Aufgabe des Tages kontemplierend (nur jetzt nicht das falsche Restaurant), zu streunen bereit und ein wenig die Orientierung zu verlieren zwischen undeutlichen, verrammelten Autoreparaturwerkstätten, oder nur den letzten Booten zuzusehen: diese erschöpfte Mattigkeit befiel mein Nervensystem, und mit ihr ging ich durch Berlin nach Hause. Über meiner linken Schulter rauschte mein Begleiter, doppelgründig lächelnd; als ich die U-Bahn betrat, landete er (was blieb ihm schon), und es brauste im Waggon, als er ihn erfüllte mit seiner goldenen Gegenwart.

[this is just a test we take]

Link | 23. Februar 2008, 1 Uhr 48 | Kommentare (1)


Ich kann nicht unterscheiden zwischen meiner Traurigkeit, weil das Licht verblaßt über den Dächern, und meinem Kummer: Macht mich traurig, daß ich werde zurückdenken müssen an dieses Licht, um es zu sehen, und daß ich es irgendwann vergessen werde, oder macht mich traurig, daß du es nicht gesehen hast, oder daß ich zumindest nicht weiß, ob du es gesehen hast und ob es dich noch interessieren würde? — ich mißtraue dem Prinzip der Kausalität in dieser Sache, ich glaube: Das Traurigsein ist schon in Ordnung (so sind wir — ist es nicht so? — oh! gönne mir diese Gemeinsamkeit!), nur ist Traurigsein ohne dich verflucht traurig.

[als könnte ich mir die zweite Person leisten]

Link | 17. Februar 2008, 17 Uhr 36 | Kommentare (2)


Wenn es noch ein Subjekt gäbe, das diese Geschichte schreiben könnte, und einen Begriff der Geschichte, könnte man lesen von der Rückkehr der Subjekte in den großen Geist: Von der Wiederauflösung der Menschen, nach ein paar hundert Jahren, vom Ende der großen Auflehnung, dieser Atomisierung, die das Bewusstsein war und der Schrecken, von der Rückkehr in die Notwendigkeit, von unserer ekstatischen Kapitulation vor dem, was wir heute Optimierung nennen und was nichts ist als unsere Wiederannäherung an die reine Daseinsmathematik. Wir beenden uns, unser Glück, unser Unglück (und die Nacht der Welt, die unsere Ahnung von der Nacht der Welt ist), unsere Fähigkeit zu sündigen, an irgend etwas, unsere Autobahnfahrten und erdduftenden Nachmittage in den Feldern, wir machen Musik mit schwingenden Saiten und Transistoren, feiern uns, lösen uns auf in reinem Licht, aufstrahlend als Blitze über den Landschaften der Kommunikation.

Link | 16. Februar 2008, 22 Uhr 04 | Kommentare (2)


All the second chancers rushed in, the divorced, the converted, the overeducated, they all rushed in for their second chance, karate masters, adult stamp collectors, Humanists, give us, give us our second chance! It was the Revolution!

(Leonard Cohen, Beautiful Losers)

Link | 16. Februar 2008, 20 Uhr 10


Sie sitzt da, sichtbar in dieser halboffenen Tür, im Schein einer Schreibtischlampe, in einer wattigen Dunkelheit, und liest und schreibt. Die Dunkelheit dort füllt Musik, leise, weich und mir unbekannt. (Ich könnte sie niemals stören.)

Link | 16. Februar 2008, 18 Uhr 34


Die Verbindlichkeit des sonnigen Februarmorgens: Auf mich, spricht er, ist Verlaß; auf den Sommer ist Verlaß, auf die Mikrostruktur der Welt ist Verlaß. Ein Stein ist ein Stein, das bleibt genau so, ganz gleich was du in deinem Leben anstellst. Ich bin, spricht der Februarmorgen, erst einmal da.

Große Freude bereitete mir die Signalfahrt eines Krankenwagens, Vorzugsgräuel meiner überlasteten Nerven sonst: Er schmetterte die Ausfallstraße entlang, aggressiv die Schnauze in den Asphalt gedrückt, unruhig die Heckpartien langsamer Fahrzeuge umtänzelnd. Es wird nicht gestorben jetzt.

Ein Mummenschanz, ein Lorbeerkranz, und das unverwechselbare 45-PS-Genagel eines alten Ford Fiesta.

Link | 15. Februar 2008, 11 Uhr 49


Gewalt gegen Uhren ist nur der Widerschein einer komplexeren Gewalt, die die Uhren von innen heraus zerstört. Sie explodieren alle, sie befinden sich in einem permanenten Prozess destruktiver Expansion; allerdings so langsam, daß der Vorgang schwer zu beobachten ist. (Man darf nicht glauben, daß es bei Gewalt gegen Uhren darum ginge, sich gegen die von ihnen ausgehende Ordnungsgewalt zur Wehr zu setzen, oder um ein allgemeines Signal des Widerstands gegen die Zeit — obwohl die Größe einer solchen Geste immer reizvoll ist –: Gewalt gegen Uhren ist eigentlich eine symbolische Aufführung, die Vorführung eines viel beunruhigenderen Vorgangs.)

Link | 15. Februar 2008, 4 Uhr 01


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