Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Seit ich neue Fenster habe (~ 4 Minuten), hat meine Wohnung den Charme einer Fisher-Price-Reifenfabrik.

[Schweinesystem]

Link | 27. Oktober 2008, 17 Uhr 19 | Kommentare (2)


dideldam dideldam dideldi

Link | 25. Oktober 2008, 12 Uhr 48


Sehen Sie, sagte ich zu Gibbs, wenn ein Mensch etwas will, wirklich will, dann hat das eine Größe, die ganz für sich anziehend ist. Dabei gilt, daß wirklicher Wille sich nie über die Grenzen der Möglichkeiten eines Menschen hinaus erstreckt — etwas zu wollen, für das das eigene Format nicht ausreicht, das ist alltäglich, aber dahinter ist keine Wille, nur eine peinliche Sichbesserträumerei.

Das Objekt wirklichen Wollens ist nicht klar formulierbar. Wir kennen diese Menschen ja, deren Entschlossenheit unzweifelhaft ist, habe ich zu Gibbs gesagt, während wir ihre Ziele nicht benennen könnten — wir trauen ihnen zu, etwas zu verfolgen, das niemand kennt und das sie selbst nicht gesehen haben — notwendigerweise, denn gäbe es einen Begriff, wäre das Unternehmen sinnlos. Es ist die reine Anwesenheit dieser Menschen, die die nebelhaften Objekte ihres Wollens glaubwürdig macht.

Den wirklich Entschlossenen eignet also eine Offenheit und Wahrnehmungsfähigkeit, eine unbestimmte Unruhe, und eine kompromisslose Bereitschaft, zusammenfassend: Jugend. Die Wirkungen der Gewalt, die von ihrer Unbedingtheit ausgehen, sind nicht zu tilgen; es handelt sich dabei um menschliche Tatsachen. (Und die sind selten.)

Gerade wenn man sich Kunst (oder Kritik) anschaut: Die Grenze zwischen Bullshit und Substanz verläuft genau entlang der Entschlossenheitsverwerfung. Will der was? (im genannten Sinne) — oder könnte er das auch ebensogut lassen, für die nächstbeste Eitelkeit?

Link | 25. Oktober 2008, 12 Uhr 47 | Kommentare (2)


Ganz ruhig.

Link | 24. Oktober 2008, 6 Uhr 43


Auf dem Rückweg kam ich im Hohlweg zwischen zerschossenen Fahrzeugen an einer Gruppe von Männern vorbei, die, in ihre Decken gehüllt, den harten, von Kratzgeräuschen unterbrochenen Tanzrhythmen eines Grammophons lauschten, sie schienen ihre verzweifelte Lage völlig vergessen zu haben. Am liebsten hätte ich mich neben sie geworfen, um es ihnen gleich zu tun.

[Erwin Damian, Sewastopol 1944]

Link | 24. Oktober 2008, 6 Uhr 28


Lonely Drifter Karen. Via der sehr zuverlässigen person.

Link | 24. Oktober 2008, 4 Uhr 47


Man könnte sich auch, schnock!, in einen ganz gemütlichen Typen verwandeln. Man tränke Tee, schröbe ab und zu ein Gedicht, das jedenfalls besser wäre als die Gedichte von Michael Ballack, wie schwer wird es sein, und sonst würde man so herumgehen und sich zu Leuten auf Bänken setzen.

Link | 19. Oktober 2008, 1 Uhr 33 | Kommentare (2)


Die weiße Fläche / der schwarze Kubus

[Symbole einer Lebenskunst gegen die Eitelkeit: Nichts ragt aus der weißen Fläche, alles ist aufgehoben, und es herrscht vollkommene Ruhe. Die weiße Fläche bewahrt die Wärme dessen, was sich nicht über sie erhebt. Die weiße Fläche ist endlos, sie erstreckt sich; die Abwesenheit von Bezugspunkten macht alle Beziehungen zu Beziehungen im Absoluten.

Der schwarze Kubus ist die Abwesenheit von Eitelkeit in zwei Dimensionen. Der schwarze Kubus ist bereits gescheitert an seiner Aufgabe, denn er erhebt sich; aber er kämpft, indem er sich beschränkt. (Er ist keine Kugel, er versucht nicht zu verschwinden, er bleibt der Fläche nahe.) Die Ruhe des schwarzen Kubus ist bedrohlich, seine Herkunft fremd, sein Schicksal tragisch. Der schwarze Kubus, die Abwesenheit von Eitelkeit zweiter Ordnung, unterwirft ohne zu wollen; sein Kampf gegen den Stolz ist aussichtslos, seine Anfälligkeit nicht zu bezwingen. Die weiße Fläche ist sanft, der schwarze Kubus verbirgt Gewalt.]

Link | 17. Oktober 2008, 9 Uhr 42


Mein Gesicht singt auch aus einem Glas mit Curaçao

Link | 16. Oktober 2008, 0 Uhr 17


Häufig habe ich in mich den letzten drei Jahren über die Festigkeit der Wirklichkeit beklagt, über ihre zunehmende Undurchlässigkeit und ihre Nichtprovozierbarkeit. Mir ist klar, daß das mit der Verfestigung der Lebensentwürfe der peer group ebenso zusammenhängt wie mit der Notwendigkeit von Stabilität bei der Verfolgung eigener Ziele: Fokussierung hat ihren Preis. Es ist schwer genug, verlässlich voranzukommen und gleichzeitig Küche, Bad und Kleidung sauber zu halten. Die Gefährlichkeit dieser Konstellation ist offensichtlich, sie muß Mittel bleiben und darf sich nicht in die Zwecke schleichen — problematisch, denn schon sich der Zwecke zu versichern ist fast ein Abenteuer.

Nun ist bekannt, daß unsere Lebenswelten dazu neigen, ein paar Jahre auf stabilen Attraktoren zu bleiben und dann plötzlich und ohne viel Steuerung ihre Stabilitäten zu verlassen. Die Ereignisse in diesen Phasen erscheinen vorher und nachher unwahrscheinlich, und unsere Einschätzungen, was daran gut und schlecht für uns ist, erweisen sich regelmäßig als wertlos. (Was nicht bedeutet, daß sie nicht in der neu sich entwickelnden Wahrnehmung wieder in eine konsistente Illusion von Kontrolle einzubauen wären.)

Auf der Rückseite sind Kataklysmen immer Befreiungsschläge; unentdeckte Teile der Wirklichkeit werden sichtbar und unerwartete Möglichkeiten wie es gut sein kann zugänglich. Man muß nur Lust haben, es ist eine Lustfrage.

Link | 13. Oktober 2008, 0 Uhr 11 | Kommentare (2)


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