Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

und dann ein ganzes Jahr lang nur Theaterbesuche

Link | 11. Februar 2009, 9 Uhr 16


als zerschmölzen die Dinge von innen heraus, in einem freibrechenden Strahlenkranz // ich weiß nicht mehr, liebe Leser, wer Sie sind, ich habe die Kontrolle verloren. Ich weiß nicht, was Sie interessiert, Sie sind nicht mehr die undeutliche Menge jedenfalls aufregender Menschen, die ich irgendwann treffen werde; Sie sind anonymer und fremder. Vielleicht sind Sie alle traurige alte Männer; aber das will ich nicht wahrhaben, es müssen gierige Menschen unter Ihnen sein; solche, die eine Straßenbahn, die sie gesehen haben, besitzen wollen, und alles was an ihr ist, und die schwarzlehmige Pfütze mit den Fahrradspuren an der Haltestelle dazu, gierige, nervöse Menschen, die nicht alles schon wissen.

Link | 11. Februar 2009, 1 Uhr 31 | Kommentare (1)


Die Elektrische, deren fugenlose Kunststoffinterieurs nicht zu ihrer rumpelnden Art passen wollten, fuhr schnurgerade die Straße entlang, aus dem Stadtzentrum hinaus. Sie passierte ein paar Läden in immer niedrigeren Häusern, schließlich das ambitionierte Verwaltungsgebäude der Stadtwerke. Danach kam eine Weile nichts, irgendwann an einer Ecke eine zweifelhafte Kneipe mit Neon über der Tür. Häuser und Häuser, Backsteine vielleicht, zweistöckig überwiegend. Ein Matratzenladen voller Matratzen, eine Bäckerei, ein Platz, oder eher: Eine unaufgeräumte Kreuzung in spitzem Winkel. Die Stadt lag da und rührte sich kaum, menschenleer in einer kraftlosen Sonne.

Link | 10. Februar 2009, 23 Uhr 21


Mehr Lektionen in Demut; ich erwachte wie von einem flachen Hammer getroffen, verwirrt, aufgeschreckt, Aufregung in den Körperenden, noch kaum Macht über die Lider und ohne jede Erinnerung. Minutenlang lag ich da, ein leeres Gefäß, ein anderer, schockiert von seinem Glück, das er nicht benennen konnte und nicht einmal als solches erkannte: Ein leeres Gefäß ohne Gedanken. Die Erinnerung kam als jähe Expansion eines Punktes, der vorher nicht zu fixieren gewesen war, und zerbrach ebensoschnell, ein Ballsaal und ein Telefon vergaßen ihre Rollen in einem sinnlosen Plot, und zurück blieb nur der helle Glockenton einer unsicheren Umarmung, die fast nur ein Anlehnen war, ein Zeichen, lange, schweigsam, schnellatmend.

Link | 9. Februar 2009, 1 Uhr 13


Sehr schön: Zeig’s Ihnen, kleine Sparkasse!

Link | 5. Februar 2009, 9 Uhr 35


Gerade eben, nach fünf Jahren, fällt mir auf, warum Fräulein Cerphal so heißt, wie sie heißt. Trottel.

Link | 4. Februar 2009, 8 Uhr 51 | Kommentare (5)


Die Akzeptanz des Fragments, der Epiphanieform der bildenden Kunst, verdanken wir, so lese ich, zunächst dem strengen Winter 1864, in dem der Frost mehrere Bildhauerarbeiten teilweise zerstört. Er sprengt den Hinterkopf der Maske des Manns mit gebrochener Nase Rodins ab, und er tötet Jean-Louis Brian, der mit der einzigen ihm zur Verfügung stehenden Decke den Tonrohling seines Merkur vor der Kälte schützen will und diesen auch größtenteils rettet — mit Ausnahme des rechten Arms der Figur. Eine sehr gute Geschichte.

Link | 1. Februar 2009, 1 Uhr 26 | Kommentare (5)


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