Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Es ist Sommer, später Nachmittag, nicht zu warm: Es hat geregnet und riecht nach abgekühlten Linden; auf den Gehsteigen liegen Muster aus nassem Staub. Du betrittst, tief in Gedanken, mit unhörbaren Schritten, den kleinen Supermarkt, kaufst: Eine Fertigpizza, frische Pasta, Pesto, zwei Zahnbürsten, bezahlst und bist freundlich, ohne es zu bemerken; gehst drei Schritte, hinaus. Du tastest nach dem Buch: Es ist ein aufregendes Buch. Ein Theaterbuch, ein Körperbuch. Du wirst es auf dem Balkon lesen. Du wirst auf einen Anruf warten, vielleicht: Die Türklingel. Du bist tief in Gedanken, aber Du denkst nichts Bestimmtes, und wirst nichts notieren, es gibt nichts zu notieren. Zeit. Es ist keiner von den Sommern, die enden. Du steigst die Stufen hinauf, Schlüssel, Tür, Schuhe. Der Anblick von Zigarettenresten im Aschenbecher, auf dem Balkon, rührt Dich. Du fährst der Minze durchs Haar. Du lässt das Buch liegen auf dem Teaktisch, durchquerst die Wohnung, öffnest das Fenster zum Innenhof, und ein Luftzug saugt die Vorhangseide erst nach innen, über das Bett hin (ein Handrücken), dann in den Hof hinaus. Du lässt es geschehen. Du wartest und denkst. Warten und Denken wird belohnt von den Körpern. Draußen vor der Stadt liegt das Land, Du bist ein Stück Land in der Stadt; die Ruhe, die Leere, die Sanftheit Deiner Bewegungen: Du wartest.

Link | 4. März 2016, 0 Uhr 43 | Kommentare (1)