Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Neu im Bilderkanon der Gegenwart: Das Bloggerzimmer. Darin sitzt, halb zur Kamera, halb zum MacBook, das Gesicht im Profil, die Bloggerin. Sie trägt ein schwarzes Kleid mit Blumen am Saum und auf der Brust. Konzentriert betrachtet sie den Bildschirm, der ihr Weblog zeigt; ihr Haar ist, mit Ausnahme einer einzelnen Strähne, in leichten Wellen über die Schulter zurückgelegt. Mit der rechten Hand navigiert sie durch ihr Weblog, die Linke liegt, ruhend, zwischen ihr und dem Computer auf dem Tisch aus dunklem Holz. Dieser Schreibtisch ist eine gelassene, leichtfüßige Antiquität mit einem einzigen Schubfach, mittig, direkt unter dem MacBook. Neben dem kleinen Computer stehen links klassische Schreibutensilien, rechts eine grobe Tasse für Kaffee. Den oberen rechten Teil des Bildes bestimmt vollständig die Reproduktion einer Tafel des obskuren Architekturphantasten Jean-Jacques Lequeu von 1782, darauf Zeichen- und Schreibwerkzeuge.

Die dargestellte Bloggerin ist als Teil der Tradition des privaten Schreibens ausgezeichnet: Das Bloggerzimmer ist ist eine friedliche, häusliche Situation, sorgsam antimodern gestaltet und bewusst mit kulturhistorischen Rückverweisen ausstaffiert. Das Bild spielt mit der Fremdheit des technischen Gegenwartsartefaktes MacBook in einer Kulisse aus dunklen Hölzern und der Zeichenkunst eines vergessenen Architekten: Der Bloggerin Schreiben geschieht aus einer Position der zurückgezogenen Ruhe und der konservativen Vernünftigkeit, es ist eine für sich allein stehende Tätigkeit, eine gebildete Beschäftigung.

Link | 8. März 2008, 20 Uhr 04 | Kommentare (4)


4 Kommentare


Ronnie, ich möchte ein Kind von dir.

Comment by Jochenausberlin | 09:36




Na, zieh eine Nummer (grinst)

Einstweilen sollten wir endlich mal wieder einen Abend freiräumen, oder?

Comment by spalanzani | 22:16




Kommenden Montag in der Bar daselbst. Deal?

Comment by Jochen | 22:27




Deal!

Comment by spalanzani | 22:33