Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Ein Freund von mir von Sebastian Schipper. Selten einen so selbstverständlich präzisen und vornehmen jungen deutschen Film gesehen. Wie alle jungen deutschen Filme handelt er davon, daß junge Deutsche kein nennenswertes Leben haben und fremd sind in ihrem Dasein — die Geschichte wird über die X-Film-Ära wohl sehr hart urteilen: Eine dröge Phase der überspannten Als-ob-Erzählungen, Beschwörungen im Grunde, in deren Hintergrund immer Das Problem lauert, die Freudlosigkeit, die Unzufriedenheit; immer verhandeln unsere Filme nur die größten Themen, weil es um etwas gehen soll, weil die Reservoirs an Freude und Lust leer sind überall, und ein Film keinen verlässlichen Boden erwarten kann in den Leben seiner Zuschauer, kein Projekt und keinen Entwurf. Nur der Verdacht, daß wir uns wahrscheinlich verschwenden, verbindet uns und das Gefühl, nicht gebraucht zu werden. Kino der Unsicherheit, Kino der verängstigten Unzufriedenheit.

In diesem Rahmen aber ist Schippers Film so gut wie man es nur machen kann. Hoch reflektiert, mit behutsamer Regie, überhaupt großer Vorsicht, mit gut gesetzten Schauspielern und einem Buch von ungewohnt solider Sprache. Und übrigens lustig und schön.

Nebenbei habe ich im Bonusmaterial gelernt, was das vielleicht Hinreißendste an der insgesamt sehr hinreißenden Sabine Timoteo ist: Ihr Schweizerinsein. Diese Art, der Sprache mit großem Respekt zu begegnen, als einem wertvollen und zerbrechlichen Gegenstand, mit dem man keinen Blödsinn anstellen darf.

Link | 24. März 2008, 3 Uhr 17 | Kommentare (1)


1 Kommentar


„Der freie Wille“. Ebenfalls mit Sabine Timoteo und auch Jürgen Vogel.
Allerding einer der schmerzhaftesten Film, die ich je sah.. Gut aber auch!

Comment by maike | 04:19