Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

und es kam so: Wir sahen Filme, die die Unzufriedenheit in unseren Seelen aufspürte und reizte und die unserer Moral abträglich waren, und wir hörten Musik, die sagte, daß wir auf einem guten Weg waren; und überraschenderweise funktionierte es. Wir saßen nächtelang draußen, redeten und schwiegen, ein Stück Rinde zwischen den Fingern langsam in Fasern zerlegend, bis wir froren und tauklamme Pullover überzogen mit müden Händen; wir schliefen in kahlen Herbergen, während im Tal die Züge donnerten, die Wälder oder Flüsse, und nebenan die laute Jugend trank, wir verbrachten Nachmittage in Museen, schweigsame, ruhige, große Nachmittage, wir interessierten uns und hörten auf, uns zu schämen für unser Interesse; wir verbrachten die Nächte am Schreibtisch, mit Büchern kämpfend, mit der Mathematik, mit unseren eigenen Gedichten; und unterwegs vergaßen wir die Angst, nebenbei, ohne daß wir es recht bemerkten, und irgendwann, vor einer Bühne vielleicht zwischen verschwitzten Menschen, mit denen wir uns herumschubsten vor lauter Freude und Freundlichkeit und Lebendigkeit, wurde uns klar, wie frei wir waren und wie leicht alles gewesen war; und dann kulminierte es (vielleicht während wir an einem Winterabend an einem Kachelofen saßen und lasen oder im Halbschlaf Bob Ross zusahen), dann kam der Moment, an dem wir zupacken mussten, mit einem blendenden Schlag standen wir im Licht und nichts war mehr zu sehen außer uns und dem Licht, und die Elektrizität hob uns, und mit unruhigem Britzeln schwebten wir über dem Grund, als es kulminierte und Stürme über unsere Cortices zogen.

[lift your skinny fists like antnnas to heaven]

Link | 24. April 2008, 23 Uhr 43