Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Instinktsicher bin ich in einem Geisterhaus gelandet: Nachts auf der Treppe begegnete ich einem jungen Menschen mit neonfarbenen Totenköpfen auf dem Shirt, der mich wie eine Erscheinung behandelte, anfasste, begrüßte, umarmen wollte: Ob ich hier wohne? Krass! Unglaublich! — denn, so sagte er, er bewohne das Haus, vielmehr eine kleine Wohnung unter dem Dach, allein seit langer Zeit, alles sei leer, nur ein paar polnische Junkies lägen ab und zu im Treppenhaus herum, die Fußabtreter vor den Türen seien von der Hausverwaltung gekauft, um ein bewohntes Haus zu simulieren, er sei in jeder Wohnung schon gewesen in der Zeit zwischen den Hausverwaltungen, alles sei leer, die säuberlich angebrachten Namen an Türen, Klingeln und Briefkästen reine Phantasie. Ich entkam ihm und seiner Begeisterung: Psychotischer Nachbar, check. Zur Sicherheit fragte ich den Gemüsemann im Erdgeschoss, der mir allerdings bestätigte, daß ich allein sei, nur einen jungen Mann ganz oben gebe es noch. Während er das erzählte, schauten wir gemeinsam auf das Fenster im zweiten Stock, meiner Wohnung gegenüber, wo jeden Abend Licht brennt; die Hausverwaltung spukt dort also, vermittels einer Zeitschaltuhr und unter dem Namen eines fiktiven Griechen.

Link | 10. Mai 2008, 23 Uhr 53