Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Das Gefühl der Unvollständigkeit lässt sich lindern durch Gesten, d.i. kommunikative Ausweitung: Mehr soll erzählen von mir; meine Haltung, meine Kleidung, meine Gegenstände, auf all diesen Kanälen teile ich der Welt mit, daß hier einer ist, der, die Fragmente auf den einzelnen Kanälen fügen sich zu einem vollständigen Bild, der Aufhebung meiner Unvollständigkeit.

Das funktioniert nicht.

Die Gesten, die materiellen, besonders aber die immateriellen, konstruieren Persönlichkeit, das ist eine Menge, die existentielle Unvollständigkeit aber heben sie nicht auf. Im Angesicht dieser ihrer Bedeutungslosigkeit müssen sie beiläufig geschehen, ohne Anstrengung, ohne Anspruch auf Beachtung. Die angestrebte Vollständigkeit liegt jenseits der Gesten, nicht der Sessel vervollständigt mich, sondern der eine Moment, in dem jemandem eine Decke gebracht wird und der Sessel nur anwesend ist.

[Eins]

Link | 21. Juni 2008, 0 Uhr 23