Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Existenzielles Zwinkern ist die Fähigkeit, mit Schwere und Ernst zu sprechen, aber die Tür für die Menschlichkeit offenzulassen: Ich meine das alles genau so, aber wir reden ja nur. Existenzielles Zwinkern ist das Versprechen, experimentieren zu können, am Ende aber, wenn es darauf ankommt, einfach nur ein guter Kerl zu sein. Das ist das unhaltbarste Versprechen überhaupt, unter den Bedingungen der allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Reden, man liest und schreibt und redet sich ja doch jedesmal hinein in irgendeinen Schwachsinn und schon ist das Zwinkern nichts gewesen als ein raffiniertes Täuschungsmanöver. — das ist Schwäche, und wie das ist mit Schwäche: Kennenlernen, aushalten, sich verhalten dazu. Ohne das Zwinkern könnte man jedenfalls überhaupt nur noch verschwinden, oder sich auf Themen beschränken, die so absurd sind, daß keine Gefahr besteht, jemanden dafür zu interessieren und Verantwortung übernehmen zu müssen für das, was man in den Köpfen fremder Menschen denkt.

[Erträglichsein, oh höchste Kunst // Variationen über das Thema „Maul halten im Allgemeinen“]

Link | 20. Juli 2008, 12 Uhr 45