Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Die ausgebrannten Metallrahmen der Plakatwände blickten aus verhängten Augen über die schnurgerade Strecke hin, die, vierspurig und an den Rändern zerfressen von aufsässigen Gräsern, noch immer hinausführte aus einer Stadt, die zu verlassen ein ungewöhnliches Unterfangen geworden war. (Jack Gibbs, Burnout)

Allein die unwahrscheinliche Langsamkeit, mit der ein Thema sich in Bücher verwandelt, sich türmt auf dem Schreibtisch und den Regalen: Gekommen, um zu bleiben. Langsam sind auch die Aufregungen in der Einsamkeit, lange Nächte ungeteilter Begeisterung — es ist die Anwesenheit der Anderen und ihres Blicks, die eine Aufregung (eine Konzentration der Kräfte) so unappetitlich manisch werden lässt. Im Blick der anderen nicht manisch zu werden, auch nicht manisch unberührt (also guruhaft), das geht nur aus einer von allen geteilten Überzeugung heraus, daß Anerkennung ein lokales Phänomen sei und eines, das qualitativ zu bewerten ist. Selbstverständlich lag es immer im Wesen der Massen und ihrer Medien (gleich ob symmetrisch oder asymmetrisch), solche Überzeugungen zu zerstören. Der Blick, den wir von anderen erwarten, ist deshalb nachsichtig, aber er weiß, was er alles nachsieht — wir wissen uns, als Maniker, unter dem milden Urteil einer Totalität stehend, die auch sehr viel härter urteilen könnte. (Daß wir nicht wissen, wie genau ihr objektives Urteil lauten würde, erregt uns ob der Möglichkeit, vielleicht doch keine Milde nötig zu haben.)

Interessant und wertvoll sind diejenigen, die autonom genug mögen, um eine Zelle der Freiheit um sich zu erzeugen, in der das Urteil der Totalität keine Macht besitzt (oder nicht einmal zu hören ist). Ihr Geheimnis ist nicht, willkürlich zu mögen, Willkür und Autonomie sind nicht dasselbe, sondern in nachvollziehbarem Bezug auf das vollständige und kohärente Referenzsystem ihrer Person; einer Person, die sich selbst genügt und aus sich selbst und ihren unmittelbaren Bedürfnissen, gleich wie komplex sie seien, zu leben vermag.

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Link | 15. August 2008, 8 Uhr 57 | Kommentare (2)


2 Kommentare


Sich frei machen.

Comment by froschfilm | 15:46




Geistig, nicht obenrum oder so.

Comment by froschfilm | 15:46