Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

An einem Freitag im Januar kam ich aus Versehen zur Ruhe. Ich ging, mit weit offenen Augen, in die Küche und besah mir die Verwüstung, in der meine Liebenswürdigkeit lag. Dann ging ich es an, wusch ab und kochte Spaghetti, eine Tätigkeit, die mich rührte, weil ich mir seit über einem Jahr keine Spaghetti mehr gekocht hatte, und die Handgriffe erinnerten mich an Die Große Zeit der Traurigkeit.

Und dann saß ich und aß, und bemerkte, wie sich alles veränderte, farblos wurde und versank, wie die Städte versanken, die Straßen und die Geschmäcker, der salzige Parmesan, der Wackelkontakt des Lichts in der Küche, Regen im Park Sanssouci, der südfranzösische Akzent einer Frühstücksgewohnheit, und der eisige Wald und die zugigen Straßen und die durchwachten Nächte, die rostigen Kessel im Halbdunkel, die Worte am Kühlschrank und alles.

(Der Gemüsehändler gibt auf. Der andere Gemüsehändler, der ihn aus dem Geschäft gedrängt hat, gibt vier Wochen später auf: Aus gesundheitlichen Gründen. Der Schawarmamann gibt auf. Der andere Schawarmamann gibt auch auf. Die Schilder sagen nicht, was in den Läden ist, die Schilder überleben die Läden. Einmal, ein weiteres mal. Bionade ist nicht mehr die überraschend trinkbare Brause für eine Sommernacht auf der Museumsinsel. Die Kastanien im Innenhof müssen ohne mich mit Bologna fertig werden, und der Geruch von Curry, Sisal, Staub und altem Holz ist verloren.)

Link | 31. Januar 2009, 0 Uhr 32 | Kommentare (1)


1 Kommentar


Aber lieber Herr, doch nicht jetzt, wo ich das Cello gerade neu gestimmt habe.

Comment by E. | 14:26