Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Ach, wie elend, ein Meister entzaubert. Schwache Figuren, die, kaum eingeführt und bevor sie jemandem etwas bedeuten können, bei Autounfällen mit lilanen Porsches sterben: Äpfel, Drama, Drama, Krankenhausflur; wütet hier das Erbe der Guldenburgs, oder was? Andererseits, wie passend: Der Verkehrsunfall ist nunmal das wichtigste dramatische Element zeitgenössischer Erzählung, ich bin ja schon dankbar, wenn keine Tankstellen überfallen werden.

Aber ein Krankenhausflur! Bocken nicht Kameras, die etwas auf sich halten, längst beim Linsen in Krankenhausflure, würgen sie dies Bildgeschleim nicht wieder heraus, gallebitter?

Und, schlimmer: Immer wieder Fernsehdeutsch, Drehbuchsprache. Dieser blutleere und gestanzte Jargon, in dem man sich nur zu wortreich und fröhlich begrüßen, hölzern verabschieden und exaltiert verausgaben kann in exakt drei Modi: Streit, Beichte und Antrag; dann aber schnell: Schnitt, Verabschiedung.
Drehbuchsprache: Sätze, die kein Mensch je über die Lippen brächte und doch tägliches Vorabendbrot; eine Sprache für kollektive Konflikthalluzinationen und faserige Geschichten ohne innere Logik. Schade, und doch leider passend, ein Heimatverlust: Eben. Eben: Ein Sprachverlust, ein Geschichtenverlust, eine Verflachung. Ich habe wohl ein Antidotum erwartet, kein Destillat; dabei hätte mir klar sein können, daß gerade der Meister mit dem arbeitet, was er vorfindet; er muß ja, er macht eine Chronik. Schwacher Trost, denn das Ergebnis kann ich unmöglich mögen. (Trotz meines unerschütterlichen Wohlwollens. Denn über die Vorgängerfilme, insbesondere die Münchner, konnte ich nie ein Wort schreiben; es kam nur Unsinn heraus, wenn ich es versuchte, ehrfurchtszittriger, staunender, kniefälliger Unsinn aus heller Begeisterung.)

(Nicht nur too much. Eher richtig unangenehm flach entworfen.)

Link | 20. Dezember 2004, 22 Uhr 03 | Kommentare (1)


1 Kommentar


im Porsche sterben!

Comment by ek | 18:42