Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Die Luft war mild, an diesem Samstag, was man von mir nicht sagen konnte. Am Tag drei nach dem Einbruch und dem Diebstahl aller meiner Rechner, und nach zwei Tagen Buchmesse, war ich endgültig aggro. Ich hatte die Schnauze voll vom Nettsein und Leuteverstehen. Ich hörte in der U-Bahn, auf dem Weg zu Gravis, Kazuki Tomokawa und las Dietmar Daths „Für immer in Honig“, das mir sein Verleger in Leipzig geschenkt hatte, nachdem ich ihm erzählt hatte, daß ich „Cordula killt Dich!“ besitze. Hergott, dachte ich in der U-Bahn, irgendwann kommen wir euch einfach den Arsch aufreißen, ihr Dumpfbacken. Das war etwas übersimplifiziert, und die Räuber meiner Rechner mit den Elendiglichkeiten des Geschäfts zusammenzudenken war kaum zu verantworten. Aber ich war nicht in der Stimmung für Kritik und sorgsame Mülltrennung. Ich war in astrein schwirrköpfiger Zombotiker-Gemetzel-Stimmung.

Nachts zuvor hatte ich in mein Telefon hineingeschrieben:

Ich kann eure Eitelkeit riechen
Die alles ist, was euch treibt
Euren Mangel an Stolz
Eure leerlaufende Intelligenz
Die sich Ziele sucht

Ich will eine Großzügigkeit schauen
Die ich annehmen könnte
Weil sie mich nicht zu erziehen versuchte
Und mir nichts erklärte

Ich will mich irren
Daß meine Gescheitheit nutzlos sei
Und ausgelacht werden von dir
Wenn du mir ins Haar fasst
Weil das so viel plausibler ist

Link | 15. März 2009, 0 Uhr 17