Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Nach Erfahrung mit beiden Seiten lässt sich die Vermutung bestätigen: Unter den Grundhaltungen der Unfertigkeit ist Traurigkeit der Tatkraft überlegen. Nur sie erlaubt den verbindenden Zugriff des Zufalls, hinter dem sich Bestimmungen verbergen, die unabsehbar sind und unerdenkbar wären — die Tatkraft, die sich verschafft, was sie will, scheitert immer an der Beschränktheit ihrer Phantasie, und, schlimmer, an ihren faden Erwartungen, die sie über alles legt, was als Folge ihrer Taten geschieht. Nur der Traurige ist überraschbar, und nur der Traurige ist zu jener Aufmerksamkeit fähig, die ihm den Zugang erlaubt zu den komplexen Erregungen seelischer Substanz, zum Wüten der Geschichte in uns, das wir verstehen müssen und gestalten und besprechen, um es zu ertragen.
Die Traurigkeit ist bereit und ungeschützt, eine Berührung mit ihr beginnt explosionsartig (der Traurige zögert deswegen die Berührung hinaus, nur Distanz kann ihn schützen). Die Tatkraft dagegen hat eine feste Oberflächenstruktur, eine Berührung mit ihr ist Reibung.

[Iterationen]

Link | 4. Juli 2009, 11 Uhr 01 | Kommentare (2)


2 Kommentare


Geht sowas heute eigentlich noch in Akademia? Oh, das weiß ich ja: Es geht, aber nur bis zum Doktor.

Comment by froschfilm | 18:52




Gedanken die mich auch beschäftigen.

Comment by Veronika | 21:34