Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Heimatlos, wegen Theaterferien heimatlos, streunte ich den Kurfürstendamm entlang, in einer Hand Aufstieg und Fall. Wie immer in Berlin, wenn die Stadt ihre Vertrautheit ablegt, dachte ich an die endlosen Möglichkeiten zu Doppelleben — wie es wäre, wenigstens ein Studentenzimmer in einer WG im Westen zu mieten. Irgendein Fach, das ich simulieren kann. Derjenige zu sein, der nie da ist, zwei, drei Nächte pro Woche dort zu schlafen, aus keinem anderen Grund als um etwas vollkommen sinnloses zu machen. Etwas vollkommen sinnloses machen: Das ist das Geheimnis, jeder weiß das.

Ein wenig tat mir mein postmaterialistisches Milieu leid beim Anblick der Waren in Fenstern und Schaukästen — was für ein Opfer, nicht ehrlich sich verzehren zu können nach diesem Pullover und dem Herbst, der ihn rechtfertigte.

Jungs in meinem Alter in Polohemden und sehr geschmackvollen alten Cabriolets. Dann ein lautlos vorbeischleichender, orangener Lamborghini Murciélago. Alte Franzosen, fette junge Stuttgarter mit Waden und Strümpfen.

Link | 6. August 2009, 21 Uhr 42