Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

(Noch ein wenig Theorie? Noch ein wenig Theorie, french style. Aus Auer, Typologie deutschsprachiger Weblogs:)

2. Die, die von Eigenegobashern gemacht werden. Vehikel der Selbstbehauptung, Kampfplätze seichter Schizophrenien; Header und Footer: Mühlsteine für Würdebrösel, […] gerne „Öffentliche Tagebücher“ genannt.

Entgegenstellen kann man, das ist da klug erkannt: Das Launige, das Artifizielle, das Theoretische, das Gelassene.

Der Verzweiflung an der Situation, die für die Personen einer Erzählung (fast qua Definition des Dramatischen) immer treibend, unerträglich ist, gleichberechtigt etwas entgegenstellen, was kein Abfinden, keine Zufriedenheit, eher: eine heitere Akzeptanz des Unerträglichen wäre. Denn das Unerträglich ist ja doch meistens nur relativ unerträglich, genaugenommen ist es sehr wohl erträglich, es genügt nur den Ansprüchen nicht, den gerechten nicht und den ungerechten, daß alles, bitteschön, larger than life zu sein habe eben, nicht, oder erst, wenn es Vergangenheit, also Erzählung geworden ist, durch die Maschine der sinnstiftenden Mogelei gegangen.

Zum Beispiel ein Intellektuellenleben ist so schwer nicht zu führen, man lebt es oder man lebt es nicht, man muß es nicht behaupten, man redet, was man redet, man wohnt, wie man wohnt undsofort; niemand muß fürchten, plötzlich in einen uninteressanten Dummkopf sich verwandelt zu finden, weil er eine Weile mit Stumpfsinn sich beschäftigt oder das falsche studiert hat. Eine Art zu Leben ist stabil, wenn von einem Wollen getrieben oder von einem Geschmack. Wer bei „Mon nuit chez Maud“ vor Vergnügen sein „genau, genau!“ in die zerkaute Faust knirscht, läuft kaum Gefahr, sich von einer Pro7-Serie die Perspektive trüben zu lassen. Das gilt für alle, deren Wollen dingfest zu machen ist und deren Geschmack sich nicht in Abgrenzung erschöpft. Genau deswegen ist die Selbstbehauptung immer ein Sport derer, die nichts zu behaupten haben. (T.d.W., Kap. 3, „Hinter den Typen“)

Link | 4. April 2005, 18 Uhr 59