Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Das sind immer seltsame Tage: Wenn man endlich zu den Sachen kommt, auf die man seit Wochen wartet, wenn man endlich liest und notiert und Text vorbereitet, Zettel in Büchern verteilt und, zum Beispiel, dunkelambiente Musik hört: Die Synchronizitäten häufen sich, oft habe ich das beobachtet; die Dinge fangen an, von sich aus Zusammenhänge auszuplaudern, als wüssten sie, daß wieder jemand zuhört. Und dann, abends, gibt es meist noch einen Film oder ein Stück Musik oder Text, irgend etwas taucht auf, wenn die Luft kühl wird und die Kondensstreifen im Stadtkobalt verwehen, etwas rätselhaft und ungeheuer Menschliches, das eine leichte, glückliche Unzufriedenheit zurücklässt, ein Versprechen aus Trost und vagem Sehnen.

[Trost als Wort scheint mir völlig zu Unrecht so schwer geworden zu sein. Es gibt ja den lächelnden, ungerichteten Trost, der aus der Erinnerung an ein sommerliches Fest erwächst, zum Beispiel, an buntes Licht und klebrige Gläser und zwei leere Stühle im Halbdunkel einer Platanengruppe. So einen Trost meine ich.]

Link | 16. April 2005, 1 Uhr 36