Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

blogmich verpasst und das Monobloc-Seminar auch. Unverschämter Luxus, den ich mir da leiste, das hätte lustig werden können. Heute dann die Nazis verflucht und die Idioten und die Behelmten und überhaupt diese ganze Komödie schon wieder, die doch nur dazu führt, daß matte junge Herren nicht rechtzeitig nach Hause kommen. Mich aber dann über meinen Spießerärger geärgert.

Überhaupt eine neue Qualität des Überdrusses. Das Kapitalismus-Gewäsch und, ja, der gerade salonfähig gewordene Unwille, sich um korrekte lateinische Pluralbildung zu bemühen. Muß mich beides nicht kümmern, treibt mich aber immer den Eremitenpfahl hoch.

[Und: Was? Kapitalismuskritik? Wetterbenörgelung? Wassertrocknung?]

Die Frage: Warum geht mich das an?, die ja die Frage überhaupt ist, weil man immer sagen müsste: Tut es doch gar nicht, laß sie, du mußt gar nicht entscheiden, ob der aktuelle Niedergang realer ist als der allzeit konstante gefühlte Niedergang. Aber das ist hier heute, also das Material des Denkens, auch Deines Denkens, von morgen früh, also spielt das eine Rolle, muß es wohl. Also müsste man anfangen zu arbeiten daran, nicht nur überdrüssig die Augäpfel an die Frontallappen drücken, sich überlegen, was man machen könnte, um den seiernden unernsten satten Quatsch aufzubrechen, was wohl genug Sprengkraft haben könnte. Wo man mal eine Einsicht plazieren könnte, keine spektakuläre Einsicht, sondern nur eine ganz normale Feldwaldundwieseneinsicht, ein kleines billiges und doch könnte es anders sein als du es denkst, ganz anders.

Einschwingen auf Wirklichkeit. Eine Platte hören, die vom Herbst handelt und nach Herbst klingt: Den Herbst holen. Ein Buch lesen, das von einem Mädchen handelt und eine feine Textur auf die Fingerspitzen legt. Ran an die Wirklichkeit, es ist genug davon da. Theorievernichtung betreiben. Diesem elend dilettantischen Geschwafel richtige… ach was. Wozu.

Link | 9. Mai 2005, 1 Uhr 48