Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Gequält aufgewacht: Schlechtes Gewissen. Arge Pein. Ich hatte etwas furchtbares und unangenehmes getan. Was nur? Dann, langsam: Oha. Die Sache mit dem Mobiltelefon. Ich hatte mir ein Mobiltelefon gekauft. Und nicht nur das. Ich hatte es geil gefunden. Weil ich einen Moment nicht auf mich acht gegeben hatte und einfach in einen Media Markt marschiert war und, weil es mir so praktisch erschien, irgendeinen Vertrag unterschrieben hatte, bei dem ich sicher auch noch geneppt worden war und auf Jahre versklavt. Und dann gab es so ein Spieleportal, das hatte ich sehr geliebt, und da hatte ich mir im Abo Spiele gekauft und das so geil gefunden, immer überall Prince of Persia spielen zu können, aber das hat mich finanziell ruiniert, weil das so teuer war mit den Spielen. Ich war am Boden, heute morgen. Und dann noch die Wette. Es wäre ja nicht wegen der Wettschulden, aber wie sollte ich meinen Gegnern unter die Augen treten, nach 8 Jahren schwach geworden, nicht mal aus Überzeugung, einfach nur mal nicht aufgepasst und schon ein Handy gekauft? Das sah ja aus, als hätte ich mir die letzten 8 Jahre eins gewünscht und nur wegen der Wette keins gekauft? Und jede Minute mit äußerster Willensanstrengung zusammengebissenen Zahns keinen Vertrag unterschrieben.

Ich dachte noch nach: Ob ich es verheimlichen könnte? Daß ich eins gekauft hatte? Vielleicht zählte es ja nicht, wenn ich nicht telefonierte, sondern nur Prince of Persia spielte? Oder wenn mich keiner sähe? Aber das war eine Ehrensache. Und ich hatte versagt. Gott. Es musste doch einen Ausweg geben? Es war ja auch so klein und niedlich und technisch, das putzige eierförmige Telefönchen! Teufel! Was war aus mir geworden.

Eine Viertelstunde blieb dieses Gefühl, fünfzehn Minuten starr liegen und Mantra: Du hast es nicht getan. Alles ist in Ordnung. Du musst niemandem erklären, warum du plötzlich ein Klingeltonempfangsgerät besitzt und auch noch Geld dafür bezahlst. Es ist alles gut. Es ist nichts passiert. Du hast es nicht getan. Nicht getan. Nicht getan.

(Warum, fragte sich der Mensch, an den ich mich gerade nicht erinnern kann, in einem Text, an den ich mich weiters auch nicht erinnern kann, kann ich nicht einfach wie alle von der Abiturprüfung träumen?)

Link | 27. Juli 2005, 1 Uhr 20 | Kommentare (4)


4 Kommentare


Hoch! Die! Internationale! Solidaritaet! Ist meine Italien-Ausnahme angesichts fehlenden Festnetzes und Internets eigentlich genehmigt? Oder ist die Frage zu privat fuer diesen blog?

Comment by froschfilm | 11:10




Huch! Hatte solche Angst es könnte tatsächlich wahr sein.

Relief.

Comment by jzy | 14:06




Noch etwas: Von der Abiturprüfung träumen ist für die Schwachen.

Comment by jzy | 14:16




Dass es das noch gibt: Menschen, die mit ihrem portablen Telefon maximal Prince of Persia spielen wöllten. Wirklich schön.

Comment by cato | 13:56