Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Das ist ein Stein, der dort seit zwei Jahrtausenden liegt, aber von Menschen hingelegt wurde, und auf dem jetzt die Hitze liegt, durch die wir uns bewegen können. Etwas summt in der Luft, unter der gleißenden Kuppel. Einzelne Schritte und Wendungen knirschen im Staub, das sind Bewegungen von Schatten zu Schatten. Sommerstumpf sehe ich nicht, was ich später auf den Photos erkennen werde: Wie kleine Windstöße etwas Unruhe bringen, die Eleganz der Verhältnisse zwischen zwei Säulen. Die Bucht im Hintergrund, die Boote: So leben Menschen, das geht, es ist eine Möglichkeit, man könnte tauschen mit ihnen, wenn man tauschen könnte.

Die Wahrheit auch der Ruinensituation ist eine Entscheidung und setzt das Herauslösen der Situation aus dem Durcheinander voraus, aus dem Durcheinander der Steine und aus dem Durcheinander der Lebenszeit. Der Wille zur Situation ist ihre Bedingung, und die Zahl der Situationen ist die Zahl der Willensakte: Wie oft bringe ich es fertig, Situationen herauszulösen aus dem Strom der Dinge, die einfach so sind weil sie so sind und immer so vor sich hin sind? Die Bedingung dieser Willensakte ist unklar, eine Kraft, die sich selbst speist, aber auch launenhaft monatelang erlischt. Sicher scheint, daß sie auf Konzentration angewiesen ist, zusammenhängende Zeit braucht, Erzählbögen, ungestörte Aufmerksamkeit.

Der Wald, der kühler ist, und in dem die Straße so gerade nach Osten verläuft, daß der zappelnde Fahrradschatten sich lang vor mir hinstreckt. Nur ab und zu, wo die Radwegplaner etwas gegen die Langeweile unternehmen wollten und der Weg einen Schlenker von der Straße weg macht, verschwindet der Schatten in den Kiefern. Diesmal bin ich allein, abgesehen von den gelegentlichen, meist brutal gefahrenen Dorfgefährten auf der Landstraße. Bis zum Bahnübergang fahre ich, denke ich. Auf meiner Karte enden die Gleise ein paar hundert Meter links von mir, mitten im Wald.

Link | 10. Juli 2010, 11 Uhr 47